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Brief einer Austauschschülerin aus Ecuador |
Liebe Lehrer, liebe Schüler des GAL! Mein Austauschjahr neigt sich dem Ende zu, weshalb ich dachte noch einmal einen kurzen Brief zu schreiben. Ich kann nicht glauben, wie schnell die fast 10 Monate, die ich jetzt in Quito, Ecuador wohne, umgegangen sind! Zur Zeit habe ich Ferien, da die sextos cursos (was der Stufe 12 entspricht) schon Schulschluss haben. Der letzte Schultag war traurig, aber es wurde natürlich auch erst einmal fiesta gemacht! In den letzten zwei Wochen waren die Abschlussprüfungen, die aber nach meinem Empfinden nicht mit dem deutschen Abitur zu vergleichen sind. Aber trotzdem ist das Niveau meiner Schule ziemlich hoch. Es wird vor allem viel abfragbares Wissen vermittelt. Die Schüler sind groesstenteils lernbegeisterter als unsereiner, was bei einem monatlichen Schulgeld von ca. 400$ natürlich auch verständlich ist. Jeden Tag bekommen die Schüler unglaublich viele Hausaufgaben auf, die dann ständig kontrolliert werden und einen sehr großen Teil der Endnote ausmachen. Ein anderer Unterschied zum deutschen Schulsystem ist z.B., dass die Aufgaben der Arbeiten und Tests fast identisch zu denen aus dem Unterricht sind und kaum eigene oder neue Denkvorgänge verlangt werden. Einerseits lernen die Schüler sehr viel, doch andererseits wird insgesamt nicht sehr viel Selbstständigkeit verlangt, was vor allem auch im Unterricht auffällt. Inzwischen wohne ich bei meiner zweiten Gastfamilie (es ist eine rotarische Regel die Familie zu wechseln), in der ich mich wie in meiner ersten Familie sehr sehr wohlfühle ! Ich als Einzelkind genieße es nun drei Gastgeschwister zu haben. Am Wochenende fahren wir meistens in unsere finca etwas außerhalb von Quito, da meine Gasteltern dort besser entspannen können als in der 2-Millionen-Stadt Quito. Aber ich genieße es in Quito zu wohnen. Hier ist so viel los! Und Quito ist sehr schön. Die hohen Bergketten der Anden um Quito herum, die vielen schneebedeckten Vulkane, die man häufig durch die Wolkendecke ragen sieht und nachts die tausend Lichter weit und breit, beeindrucken mich immer wieder. In den Ferien fahre ich mit meiner Familie meistens ans Meer. In den kleinen Dörfchen dort ist ständig fiesta und alle tanzen salsa und merenge am Strand. In den letzten Monaten fanden auch die Reisen mit den Austauschschülern in den Regenwald und auf die Galapagosinseln statt. Im Regenwald waren wir in einer Lodge mitten in der Selva untergebracht und mussten uns immer mit Kanus den Rio Napo entlangbewegen. Wir haben Affen, Caimane, viele Voegel usw. gesehen, sind an Lianen geschwungen und konnten vor allem einen Einblick in das Leben der Indiginas der Region bekommen, was sehr beeindruckend war. Galapagos war ebenfalls sehr faszinierend: die Tiere wie Riesenschildkroeten, Seelöwen, Echsen usw., die Strände, das Meer, die Landschaft. Ich werde diese Reisen niemals vergessen. Insgesamt konnte ich eine Menge neuer Eindruecke und Erfahrungen sarnmeln, unter anderem z.B., dass es auf Galapagos Kuehe und Schweine gibt! Wer haette das gedacht? Ich werde die letzten zwei Monate noch richtig geniessen, aber ich freue mich auch schon ein bisschen auf das GAL und den dortigen Schulalltag (ob diese Freude lange anhalten wird?---) Viele liebe Gruesse aus Ecuador, dem Land der Mitte der Welt |
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| Letzte Aktualisierung: 09.02.2005 | www.gal.de | Copyright © 2004 Gymnasium Am Löhrtor | |