Gymnasium Am Löhrtor

34. Löhrtor-Kalender

Letztlich ausgelöst durch den Ratsbeschluss der Stadt Siegen, den Bau unserer Mensa zunächst nicht zu genehmigen, wurde eine un­glückliche Diskussion in Gang gesetzt, an deren Ende dann aber doch ein eindeutiges Bekenntnis des Rates zu unserer Schule stand. 

Was war geschehen?

1.      Die allgemein rückläufigen Schüler­zahlen trafen auch unsere Schule. Hatten wir bei einer soliden Drei­zügigkeit in den letzten beiden Jahr­zehnten immer Anmeldezahlen von durchschnittlich 80 bis 90 Sextanern, so sanken diese Zahlen für das Schuljahr 2008/09 auf 69, dann auf 61 und zu Beginn dieses Jahres gar auf 48. Ein Alarmzeichen! Die Schule hat gegen­gesteuert, zuletzt unter anderem durch die Einführung des 60-Minuten Stunden­rasters bei gleich­zeitigem Wegfall von allem Nach­mittags­unterricht in der Sekundar­stufe I.

2.      Dies wurde vorschnell an die Presse weitergegeben, was dazu führte, dass einige Fraktionen im Siegener Rat argumentierten, dass die Schule keine Mensa benötige. Es wurde die Gleichung aufgemacht: Kein Nach­mittags­­unterricht – keine Mensa.

3.      Die Öffentlichkeit schloss aus der Weigerung des Rates etwas Anderes: Keine Mensa – drohende Schul­schließung.

4.      Fast zeitgleich war es zu einem Wechsel der Landesregierung ge­kommen und damit zu einem weit­reichenden Wechsel in der Schulpolitik: Gemeinschaftsschule hieß das neue Zauberwort, eine Variante der Gesamt­schule. Sollte unsere Schule mit anderen zusammengelegt und Gemein­schaftsschule werden? Mit gemein­samem Lernen der Schüler aller Schul­formen in den Klassen 5 und 6? Mit integrierten Gruppen bis zur Stufe 10?

5.      Die anschließenden vielfältigen Aktionen und Solidaritäts­beweise unserer Schüler, der Eltern, des Kollegiums, der Ehemaligen und weiter Teile der Bevölkerung ließen letztlich keinen anderen Beschluss des Rates zu: das Löhrtor bleibt selbst­verständlich als Gymnasium  erhalten! Viele hatten sich engagiert bei Unterschriften­aktionen, Demonstrationen, beim Sympathie­-Konzert in der Martinikirche oder Aktionen wie T-Shirt-Herstellung und Button-Stanzen. Es ging der berühmte Ruck durch die Schule, man rückte zusammen, demonstrierte Geschlossen­heit und trat solidarisch für das eine Ziel ein: Schulerhalt in seiner jetzigen Form. Herzlichen Dank dafür!

6.      Der Rat beschloss Ende Oktober 2010, dass alle weiterführenden Schulen eine Bestandsgarantie erhalten und dass über die Zukunft aller weiterführenden Schulen 2013 neu beraten wird. Sollte man dann der Meinung sein, dass ein Gymnasium oder eine andere weiter­führende Schule  geschlossen oder um­gewandelt werden müsse, werden alle diese Schulen erneut zur Diskussion stehen. Wir aber sind uns sicher: auch nach 2013 wird das Löhrtor als Gymnasium weiter existieren.

7.      Abschließend sei darauf hingewiesen, dass eine Schule, gleich welche, die geschlossen wird, immer langsam ausläuft. Das bedeutet, dass alle Schüler, die diese Schule besuchen, immer auch dort einen Abschluss erwerben können. Eine solche Schule würde nur in den darauf folgenden Jahren keine neuen Schüler in die Klasse 5 mehr aufnehmen dürfen.

Eine andere Entscheidung hat kurzfristig die Gemüter erhitzt: die Frage nach G8 und G9. G8 bedeutet: Abitur nach acht Jahren weiter­führender Schule, also insgesamt nach 12 Schuljahren. G9 meint: neun Jahre weiter­führende Schule, Abitur nach 13 Jahren. In allen deutschen Bundesländern ist heute ein Abitur nach 12 Jahren möglich. In NRW haben sich 11 Schulen dazu entschlossen, aus­schließlich den Schulversuch G9 zu wählen. Dazu gehört auch unsere Partnerschule, das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium. Dort also wird das Abitur in den kommenden Jahren nur nach 13 Schuljahren möglich sein (abgesehen von einigen „Springern“, die es natürlich an allen weiterführenden Schulen geben kann). So will es der Schulversuch. Drei weitere Schulen in NRW, die alle mindestens vier Parallel­klassen auf­weisen, erhielten die Erlaubnis, sowohl eine Schullaufbahn nach G8 als auch nach G9 anzubieten. Insgesamt beantragten also nur 14 Schulen in unserem Bundesland, das eine Gesamtzahl von insgesamt 630 Gymnasien aufweisen kann, eine Rückkehr zur längeren G9 Schulzeit. Fast 98% der Gymnasien bleiben also bei G8. Wir am Löhrtor glauben, mit der Entscheidung für G8 den richtigen Weg ein­geschlagen zu haben. Wir werden ihn deshalb weiter konsequent verfolgen und sinnvolle Nachbesserungen einarbeiten.

Am Montag, 21. Februar, wurde mit dem Bau von Versorgungsleitungen für unsere Mensa begonnen. Diese wird im 200er-Flur in den Räumen 214 und 215 entstehen. Sie besteht aus einer Küche, in der Speisen warm gehalten oder zubereitet werden können und einem angrenzenden Speiseraum, der etwa 35 Schülern Platz bieten soll. Damit entfällt das Provisorium „Aula-Foyer“, mit dem wir uns für unsere Essensausgabe in den letzten drei Jahren behelfen mussten. Die Mensa wird nach den Osterferien benutzbar sein.

Für unsere Schülerinnen und Schüler der Klassen neun sowie für alle Seiteneinsteiger bietet unsere Schule ab sofort etwas Neues an: Wir ermöglichen den angehenden Oberstufen-Schülern, sich durch ein zusätzliches Unter­richts­­angebot noch besser auf die Sekundar­stufe II vorbereiten zu können. Die unter der Federführung von OStR Manfred Woehl entstandenen Lern-Module bieten in vier ver­schiedenen Stufen ein Aufarbeiten möglicher Defizite an Nachmittagen. Angeboten werden je nach Bedarf freiwillige und frei zu wählende Unterrichtsveranstaltungen mit individuellen Schwer­punkten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Wir sind gespannt auf die Resonanz aus den eigenen Reihen und das Interesse der Haupt- und Realschüler, die unsere Schule im nächsten Jahr besuchen wollen.

Zum 1. Februar konnten wir neben Frau Daniela Kretzer (Französisch, Biologie), die wir in der an unserer Schule absolvierten Referen­dar­zeit schätzen gelernt haben, mit Frau Ulrike Frank eine neue Englisch- und Spanisch- Lehrerin begrüßen. Frau Frank ist zurzeit in beiden Sekundarstufen eingesetzt und unter­richtet in diesem Schuljahr nur das Fach Englisch. Beiden Lehrerinnen wünschen wir viel Erfolg an unserer Schule.

Zusammen mit Frau Frank und Frau Kretzer haben sechs Referendarinnen und Referendare ihren Dienst im Februar an unserer Schule angetreten. Im Kollegium haben wir Frau Claudia Lohse (E, KR), Frau Christin Mika (SP, EK), Frau Annika Steinhöfel (MU), sowie die Referendare Stephan Jegust (E, GE), Björn A. Rothenpieler (SW, PA) und Matthias Schipper (D, GE) will­kommen geheißen.

Am 30. September wird unsere Festwoche zum 475-jährigen Bestehen des Gymnasiums Am Löhrtor nach einer Projektwoche mit einem Schulfest und einem ökumenischen Gottes­dienst eingeläutet werden. Wir feiern damit eine Schule, die sich dem Motto „Tradition trifft Zukunft“ verschrieben hat. Unsere Schule hatte zu Zeiten Martin Luthers auf dem Dachboden der Nikolai-Kirche als Lateinschule ihre Anfänge, war später als „Höhere Bürger­schule“ im Unteren Schloss unter­gebracht, wurde dann „Realschule“, bevor sie 1873 in das 1944 zerbombte Gebäude in der Oranienstraße umzog und bald darauf „Realgymnasium“ wurde. Unser Gymnasium gehört damit zu den ältesten Schulen in NRW. Und dies soll entsprechend gefeiert werden. Dem Gottes­dienst werden sich in den darauf folgenden Tagen ein Festakt sowie ein großer Ball in der Siegerlandhalle anschließen. Ebenso wird unser Ehemaligen-Orchester ein Konzert in unserer Aula geben, bevor wir die kleine Festwoche mit einem Bunten Abend und einem Sportfest beenden wollen.

Über alle Veranstaltungen wird unsere Jubiläums-Homepage unterrichten, die unter der Adresse  www.gal2011.de zu erreichen ist. Wir bitten alle Ehemaligen, sich dort unter ihrem Abiturjahrgang einzutragen. Für weitere Interessenten und andere ehemalige Schülerinnen und Schüler gibt es an gleicher Stelle die Rubrik „Sonstige“. Die Homepage hat  bereits über 1000 Einträge aufzuweisen. Ziel ist es, alle an der Festwoche Interessierten nur über dieses Internetportal zu erreichen, denn Briefe wollen wir nicht versenden.

 

Die drei beweglichen Ferientage dieses Schul­jahres fallen nach dem Beschluss der Schul­konferenz auf Rosenmontag, 7. März 2011, und die beiden Freitage nach Himmelfahrt und Fron­leichnam, also den 3. und den 24. Juni 2011. Der Dienstag nach Pfingsten ist kein Ferientag.

Der verbleibende Elternsprechtag liegt auf Montag, 16. Mai 2011, von 14.30 bis 19 Uhr, die Wanderwoche findet für die Stufen 6 und 12 in der Zeit vom 11. bis 15. Juli 2011 statt. Die jetzigen Klassen 8 werden auf Beschluss der einzelnen Klassenpflegschaften im Februar 2012 als Stufe 9 gemeinsam eine Skifreizeit durch­führen.

Kontakt
Herausgeber des Löhrtor-Kalenders: Herr Schütte
170331@schule.nrw.de