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23. Juli 2014 – Der Start in ein mein Australien-Abenteuer

Dass ich irgendwann einmal ins Ausland gehen wollte, stand für mich eigentlich schon lange fest. Doch da war immer dieses „irgendwann“ und es schien mehr ein Traum zu sein als Wirklichkeit werden zu können. Ich fing an, mich zu informieren, bestellte Prospekte und fragte Freunde nach deren Erfahrungen.

Schließlich blieb ich bei meiner ersten Idee, mich über die Bezirksregierung Düsseldorf zu bewerben. Auch wenn ich wusste, dass ich keine umgehende Zusage bekommen würde, war es mir das Warten wert. Fast schon hatte ich nicht mehr daran geglaubt und dann bekam ich sie doch noch: Die Chance auf einen 10-wöchigen Australien-Aufenthalt in der Nähe von Brisbane mit Besuch der Alexandra Hills State High School.... Und plötzlich ging alles ganz schnell. Mir blieben nur noch genau 4 Wochen bis zum Abflug, in denen ich viel organisieren musste: Reisepass besorgen, Visum beantragen, Zusatzversicherungen abschließen, Formalitäten erledigen etc. Und ich konnte das alles noch nicht glauben bis zum Tag meines Abfluges.

23. Juli 2014, 17:30 Uhr, Düsseldorf Flughafen, Treffen meiner Gruppe und der Begleiterin

Mit mir flogen insgesamt 6 Schüler in Richtung Brisbane. Wir bekamen unsere Tickets ausgehändigt, sowie eine kurze mündliche Information über das, was uns nach unserer Ankunft in Brisbane erwarten würde. Als ich mich von meiner Familie in Deutschland verabschiedet hatte und ich sie nach den Sicherheitskontrollen nicht mehr sehen konnte, fing für mich ein neuer Lebensabschnitt an. Nun hatte ich geschätzte 25 Stunden Zeit, über das Kommende nachzudenken, und muss zugeben, ich war ziemlich nervös. Doch damit war ich nicht allein.

Als wir dann nach einer Ewigkeit in Brisbane ankamen, konnten wir alle nicht realisieren, dass unser Traum, australischen Boden unter den Füßen zu haben, Wirklichkeit geworden war.

Nachdem wir um 6 Uhr australischer Zeit in Brisbane landeten, erwarteten uns andere Austauschschüler aus der Schweiz, mit denen zusammen wir den ersten Einführungstag unter australischer Führung erleben durften. Wir bekamen Informationen über unsere bevorstehende Zeit, besuchten gemeinsam den „Lone Pine Koala Sanctuary Park“,

wo wir das erste Mal Koalas und Kängurus streicheln konnten und erwarteten spätnachmittags gespannt unsere jeweiligen Gastfamilien. Sie waren schon bei unserer ersten Begegnung sehr nett und offen zu mir und ich wusste direkt, dass es für mich kein Problem sein würde, die nächsten 10 Wochen mit Ihnen zu verbringen.

Nach etwa 30 Minuten Fahrzeit, auch der Linksverkehr war für mich eine Umstellung, kam ich in meinem neuen Zuhause an. Zwei Tage später schon ging es zur Alexandra Hills State High School, na klar in Schulinform. Der normale Unterrichtbeginn startete üblicherweise um 9 Uhr, wo sich die jeweils einzelnen Klassen zum „Form Meeting“ in deren jeweiligen Klassenräumen trafen. Dort wurden allgemeine Informationen vorgelesen und die Anwesenheit der Schüler überprüft. Besonders streng ging es mit der Schulinform her, die immer korrekt getragen werden musste. Jegliches Fehlverhalten wurde durch Nachsitzen bestraft. Danach ging es umgehend in den Unterricht. Neben meinen Pflichtfächern Mathe, Englisch, Geschichte oder Erdkunde, Musik oder Kunst, konnte ich weitere Fächer frei wählen. Ich entschied für die praxisorientierten Fächer Catering und Fashion.

Sport stand natürlich auch für alle auf dem Programm. Aber besonderen Wert legte meine Schule auf die Musik, die vielfältig und sehr praxisbezogen unterrichtet wurde. Meine Mitschüler waren von Anfang an total offen und haben mich sofort mit einbezogen und mir bei Problemen weiter geholfen. Viele wollten immer ganz genau wissen, wie das Leben in Deutschland so ist und waren völlig perplex, wenn man Ihnen erzählte, dass es dort keine TimTams (die besten Schokoladenkekse, die es gibt, leider nur in Australien erhältlich) gibt. Im Unterschied zu Deutschland besteht der Schullalltag hier aus 4 Unterrichtsstunden je 70 Minuten und 2 großen Pausen. Ebenso besteht ein großer Unterschied darin, dass das Schulgebäude nicht wie bei uns aus mehreren Etagen bestand, sondern sich ebenerdig auf großer Fläche erstreckte, denn jedes Unterrichtsfach hatte hier seine eigene Gebäudeeinheit. Jeden Donnerstag fand die „Parade“ statt, bei der sich alle Schüler aller Jahrgangsstufen trafen. Hier wurden die Schüler auf bestimmte Events hingewiesen, Schülerehrungen ausgesprochen oder auch Danksagungen gehalten.
Auch ich hatte die Gelegenheit, mit einer weiteren Austauschschülerin an meinem letzten Schultag eine kleine Rede halten zu können, mit der wir uns für die schöne gemeinsame Zeit an der Alexandra Hills School bedankt haben.

Mit meinem letzten Schultag starteten die australischen Schüler in die 2-wöchigen Frühlingsferien. Hier haben sie die Möglichkeit gemeinsam mit den Lehrern an verschiedenen Ferienprogrammen teilzunehmen, z. B. Skiurlaub in Neuseeland oder auch eine Kulturreise nach Vietnam. Auch während der Schulzeit gibt es immer wieder Aktivitäten. So hatte auch ich die Gelegenheit an einem 3-tägigen „Leadership-Camp“ teilnehmen und einen Freizeitpark besuchen zu können. Mit meiner Gastfamilie habe ich eine Menge Ausflüge durch die Region gemacht. Gemeinsam sind wir nach „Stradbroke Island“ gefahren. Dort konnten wir eine Vielzahl von Meerestieren beobachten, Wale, Rochen oder auch Delphine. Haie waren an diesem Tag glücklicherweise nicht gesichtet.

Neben schönen Strandtagen an der „Goldcoast“ konnten wir uns auch im Surfen oder anderen Wasseraktivitäten üben. Ein Besuch des Q 1Tower war ein besonderes Erlebnis, da man von hier die gesamte Goldküste überblicken kann. Selbst ein Tag im Gebirge stand auf meinem Programm. Natürlich sind wir auch mehrfach nach Brisbane City gefahren, wo wir neben Shopping einmal sogar bei Sonnenuntergang die „Storybridge“ bestiegen haben oder uns im botanischen Garten von der australischen Blütenvielfalt haben faszinieren lassen.

Selbst mein größter Wunsch ging in Erfüllung: 1 Tag in Sydney mit meiner Gastfamilie. Meine 10 Wochen am anderen Ende der Welt vergingen wie im Flug und werden mir für immer als eine Zeit voller Abenteuer, Erfahrungen und wundervoller Erinnerungen im Gedächtnis bleiben. Schon jetzt, 2 Wochen nach meiner Rückkehr merke ich, dass Australien für mich zu einer Heimat geworden ist. Jetzt habe ich auch eine Familie am anderen Ende der Welt.

Ich freue mich schon auf den Moment, in dem ich all diese wunderbaren Menschen wieder in meine Arme schließen kann, nämlich wenn ich das nächste Mal nach „Down Under“ reise...

Letzte Infos:
Mein Schüleraustausch, den ich in der Zeit vom 23. Juli – 27. September 2014 machte, wurde von der Bezirksregierung Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der australischen Schulbehörde vermittelt. Dieses Schülerprogramm beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Die Familien erklären sich bereit einen ausländischen Gastschüler als Teil einer Familie aufzunehmen, zu betreuen und in das Alltagsleben einzubeziehen. Neben Australien bietet die Bezirksregierung Düsseldorf Schüleraustausche auch nach Kanada, Neuseeland und in die Schweiz, jeweils mit entsprechenden sprachlichen Schwerpunkten. Das Gastland Frankreich wird über das „Voltaire-Programm“ oder das „Brigitte-Sauzay- Programm“ im Austausch angeboten. Da die Bezirksregierung kein kommerzielles Interesse verfolgt, entsteht hier für die Schüler in Regel nur eine Reisekostenpauschale, die den Hin- und Rückflug, ein eintägiges Seminar vor Ort, sowie die anfallenden Verwaltungskosten abdeckt. Weitere Informationen können auf der Internetseite der Bezirksregierung Düsseldorf unter www.brd.nrw.de eingesehen werden.

Lina