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SIEGEN Die Aquarium-AG des Löhrtor-Gymnasiums kümmert sich um die Schul-Fische

Wasserschildkröte Joschi und das Aufzuchtbecken sind auch zu pflegen.

gmz ▩ Isabella hält ein kleines Glas hoch: „Ich habe einen kleinen Fisch gefangen“, erklärt sie, einen jungen Wels. Der wird jetzt ins kleinere Aufzuchtbecken gesetzt, damit die größeren Fische im Aquarium nicht zu Kannibalen werden und den Nachwuchs verputzen. „Wenn sie dann groß genug sind“, ergänzt Lilly (Klasse 5), setzen wir sie wieder in das große Becken.“

Die Sechstklässlerin ist eine von ungefähr 25 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Löhrtor, die mit Begeisterung in der Aquarium-AG mitmachen (Leitung: Alexandra Plessing-Mau). Viele kommen aus den Klassen fünf und sechs, aber etliche bleiben auch bis zum Abitur dabei, wie Meike Tuschhoff, die „Dienstälteste“, die ihren jüngeren Mitschülern viel erklären kann. „Wir setzen auf diese jahrgangsstufenübergreifende Zusammenarbeit“, erläutert Alexandra Plessing-Mau beim Besuch der SZ. So wird ein richtiges Schul-Projekt daraus.sz 2022 02 26a foto2

Die drei großen Aquarien wurden schon beim Bau des Schulgebäudes in den 1950-er-Jahren vorgesehen. Sie gehörten damals zu einer modernen Schule: Und viele Schüler-Forschungsarbeiten (s. nebenstehenden Bericht) nutzten die Möglichkeiten, die die Aquarien boten und bieten.

Vor Kurzem sind die Aquarien ersetzt worden, die alten Becken und die dazugehörigen Anlagen mussten erneuert werden. Der Förderverein des Gymnasiums hat die Mittel (eine stattliche vierstellige Summe) dafür zur Verfügung gestellt.

Eine gute Investition, wenn man die Schülerinnen und Schüler beobachtet, die, wie sie erzählen, sich die Arbeit jahrgangsstufenweise einteilen - jetzt, in Zeiten von Corona, um den Kontakt zwischen unterschiedlichen Gruppen zu minimieren, weiß Ella (Klasse 6). Sie wissen genau, was in den Pausen, in denen sie Dienst haben, zu tun ist: Joschi, die Wasserschildkröte, will gefüttert werden. Joschi zeigt beim Besuch der Kinderredaktion aber erstmal kein Interesse, schwimmt lieber in seinem neuen Becken weiter ... bis er sich dann doch mal für das angebotene Futter erwärmt.

Die Jugendlichen wissen auch genau, worauf sie achten müssen: Vor der Arbeit an den Aquarien und mit den Tieren werden die Hände gewaschen, danach natürlich auch wieder, erläutert Frieda (Klasse 5). sz 2022 02 26a foto3Es darf nie zu viel Futter in die Becken. Wenn es darin rumschwimmt, „können Algen wachsen”, weiß Isabella (Klasse 5). Also immer nur so viel reingeben, wie auch gegessen wird, lieber nochmal was nachgeben. Sie dosieren es vorsichtig auf den Deckeln der Futterdose, dann können sie es zurückschütten, falls es zu viel ist.

„Wir müssen die Aquarien auch reinigen“, erklärt Nils (Klasse 9). Algen, die in den Becken schwimmen, werden herausgefischt, manchmal muss man auch die Filter reinigen, damit sie den Schmutz nicht im Wasser umwälzen: Schmutziges Wasser mögen die Fische nämlich nicht! Sie könnten dann krank werden, führt Max (Klasse 6) aus . Dafür nutzen die AG-Mitglieder einen Spezialsauger, mit einem Schutzgitter vor dem Saugrohr, damit keine Fische darin „verschwinden“, sagt Nils (Klasse 9). „Die Welse knabbern auch die Algen ab, die am Glas wachsen”, ergänzt Max. Oder der Putztrupp nutzt einen Schaber. Manchmal müssen die Schülerinnen und Schüler auch tote Fische entfernen, wenn die Welse nicht schnell waren … Außer den Welsen und der Schildkröte schwimmen Guppys und Platys in den rund 400 Liter großen Becken. Früher, so Alexandra Plessing-Mau, gab es wohl auch Barsche in den Aquarien, die Fische müssen im Schnitt alle zwei Jahre ersetzt werden.

Einen Wels haben sie, der mindestens schon 28 Jahre alt ist. Vielleicht haben ihn die Eltern der heutigen „Aquaristen“ schon gepflegt? Wer weiß? - Jedenfalls ist die Aquarium-AG eine tolle Truppe, die die Fischpflege im Griff hat!