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… and we answered the invitation readily.

Am 12. Juni 2014 nahmen unsere beiden Englisch-Leistungskurse der Jahrgangs­stufe Q1 eine ungewöhnliche Geburts­tagseinladung an.

Das Museum für Angewandte Kunst in Köln hatte mit einer Sonderausstellung zu 450 Jahren Shakespeare eingeladen zu einer Geburtstagsfeier für den wohl berühmtesten und beliebtesten Autoren aller Zeiten.

Die Sonderaustellung A Party For Will! zeigt verschiedene Exponate entweder zum Schaffen, zur Wirkung oder den Werken von William Shakespeare (1564-1616). Die Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen des Englischunterrichts der Q2 (sowohl im Grund-, vor allem aber im Leistungskurs) mit der Zeit, dem Leben und den Werken Shakespeares auseinandersetzen müssen, erhielten durch die englischsprachigen (!) Führungen durch die Ausstellung interessante Einblicke in die verschiedenen Werke des großen britischen Barden.

Auch wenn die Frage der Museumsführerin nach bekannten Werken Shakespeares zunächst durch einen Schüler noch etwas unsicher mit „Star Wars“ beantwortet wurde, so staunten alle Schülerinnen und Schüler nicht schlecht, als sie erfuhren, dass man Shakespeare in seiner Zeit ungefähr mit heutigen Größen wie Steven Spielberg (Star Wars!) oder aber Peter Jackson (Herr der Ringe) vergleichen kann, ohne jedoch, dass man von Shakespeare wesentlich mehr als sein Geburts-, Heirats- und Todesdatum kennt, ja noch nicht einmal ein einziges von ihm tatsächlich handgeschriebenes Zeugnis über sein Schaffen hat. Unter anderem dadurch erklärt sich auch die Unsicherheit bei der Verfasserschaft hinsichtlich der Stücke Shakespeares, was den Schülerinnen und Schülern zu Beginn ihres Rundgangs verdeutlicht wurde.

Vorbei an verschiedenen Schaukästen, in denen mit Playmobilfiguren bekannte Szenen aus bekannten Shakespeare-Stücken nachgestellt waren (hier konnten die Schülerinnen und Schüler tatsächlich bereits einige Szenen den ihnen bekannten Stücken zuordnen) ging es dann zunächst zu diversen historischen Darstellungen des Dichters selbst. Im Anschluss hieran kam es dann zu verschiedenen Begegnungen mit einigen Charakteren aus Shakespeares Stücken:

Allen voran stand der tragische Dänenprinz Hamlet, dessen Darstellung schon in dem fragenden bzw. zweifelnden Augenaufschlag die innere Zerrissenheit der Figur widerspiegelt. Auch mit dem dunkelhäutigen General Othello (dessen problematische Darstellung den Schülerinnen und Schülern sehr anschaulich bewusst gemacht wurde), dem missgestalteten Caliban aus dem Stück „The Tempest“ und dem jüdischen Geldverleiher Shylock (in dessen Figur sich der offene Antisemitismus der Zeit Shakespeares niederschlägt) machten die Schülerinnen und Schüler Bekanntschaft auf ihrem ca. ein- bis eineinhalbstündigen Weg durch die Ausstellung. 

Das Zentrum der Ausstellung bildet eine Vitrine mit einer Ausgabe des sogenannten First Folios, einer gedruckten Shakespeare-Ausgabe aus dem Jahr 1624, von der heute nur noch 45 Exemplare existieren. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei vermutlich den ideellen Wert dieses Werks nur erahnen, jedoch war der reine Marktwert zwischen 3 und 4 Millionen Euro für sie schon eine beeindruckende „Hausnummer“.

Ein weiterer Höhepunkt war bei diesem Rundgang sicherlich auch die Begegnung mit dem tragischsten Liebespaar der Geschichte: Romeo and Juliet - und auch die Erkenntnis, dass es in Shakespeares Zeit besonders schwierig gewesen sein muss, diese eigentlich italienische Liebesgeschichte glaubwürdig darzustellen, da ja alle Rollen der Theaterstücke Shakespeares durch männliche Schauspieler dargestellt werden mussten.

Auch zur Architektur und zum Aufbau des shakespearschen Theaters erhielten die Schülerinnen und Schüler verschiedenste Informationen in Wort und Bild.

Den Abschluss des Rundgangs bildete dann ein kurzes inhaltliches Eintauchen in eine der bekanntesten Komödien Shakespeares mit all ihren verwirrenden Beziehungen und Figurenkonstellationen: A Midsummer Night’s Dream.

Ob wirklich alle Schülerinnen und Schüler in der Kürze der Zeit dieses doch sehr komplexe Stück ganz und gar nachvollziehen konnten, ist etwas fraglich. Unzweifelhaft ist jedoch, dass sie alle einen guten Überblick, viele kreative Eindrücke und hilfreiche Informationen über diesen bedeutenden Autoren und seine Zeit erhalten haben, mit denen sie zumindest schon mit einigen Ideen ausgestattet in die Beschäftigung mit Shakespeare im nächsten Schuljahr starten können. Und daher handelte es sich um eine äußerst gelungene und informative Exkursion der beiden Englisch LKs unserer Q1.