Drucken

Am 24. „Jänner“ 2015 versam­meln sich morgens gegen 8 Uhr diejenigen unserer Schule, die beschlossen hatten (bzw. deren Eltern), es einmal mit dem Ski­fahren zu versuchen! Das ist in diesem Jahr die mutige Klasse 9 von Frau Spieß, die aber selbst sicherheitshalber zu Hause bleibt.

Ein Reisebus bringt uns sicher über den Brenner und rund 12 Stunden nach Beginn der Fahrt finden wir uns im schönen Südtirol wieder, nahe Brixen, in den Alpen, nicht in den Dolomiten! Ein minikleiner Ort namens Raas wird für ungefähr eine Woche das Zuhause von 20 Schülern und drei betreuenden Lehrern, dabei sind 15 des Skifahrens völlig unkundig und wissen an diesem ersten Abend nicht, was die Woche wohl so bringen wird an neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Schmerzen.

Am anderen Morgen geht es damit los, dass zum Frühstück nicht alle pünktlich sein können, weil der Andrang am Spiegel in Zimmer 205 derart groß ist, dass einfach nicht jede Bewohnerin ein perfektes Styling vorweisen kann. Es kommt zu kleinen Verzögerungen, die dazu führen, dass der Skibus fast auf uns hätte warten müssen.

Wir verbringen gefühlte 10 Stunden damit, unsere Ausrüstung im Skiverleih zu komplettieren und haben anschließend Mühe, Skier, Stöcke, Helm, Handschuhe, Skischuhe und uns selbst in annehmbarer Weise ins Freie zu bugsieren und endlich eine neue Sportart auszuprobieren!

Bei schönstem Sonnenschein schicken wir Herrn Kraemer und alle diejenigen, die das Skifahren schon drauf haben, hinauf ins Skigebiet Jochbahn und verkrümeln uns auf eine Wiese, um alles Ausgeliehene mal an- und auszuprobieren. Wir, das sind die 15 „Anfänger“ sowie Herr Fricke und Frau Banda. Wir verlieren und finden wieder an diesem ersten Tag ein Schülerhandy, wir fahren auf einem Ski oder auch auf zweien. Wir lassen uns mal schieben, ziehen, müssen umfallen, damit wir das Aufstehen üben, wir schnallen Skier an und ab, wir müssen „umtreten“, wir ..., wir …, wir … Nachmittags gegen 15 Uhr können wir nicht mehr, fahren mit dem Skibus heim und fallen erst mal unter die Dusche und ins Bett, wie schön.

Abends werden wir nun immer leckerst bekocht, mit Salatbuffet und Nachtisch.

So geht es nun jeden Tag, angefangen mit dem Mädelsschminken morgens vor 7:30 Uhr sind alle damit beschäftigt, den Skitag möglichst schmerzfrei und sportlich erfolgreich zu überleben. Hilfreich dabei sind die gute Laune, das gute Essen und die sportliche Begabung, die die Skianfänger alle haben.

Ob in der Wellness- und Wohlfühlgruppe von Frau Banda, der fleißig-schnellen Turbo-Beginners-Group von Herrn Fricke oder in Herrn Kraemers Advanced-Group, wir werden beständig besser und das macht uns unheimlich viel Freude.

Tag zwei: War das nicht der Tag, als Seren und Chiara in der Anfängergruppe den Weg zum Tellerlift verfehlten und darum alle anderen 45 Minuten im Schnee total planlos abhängen mussten?

An Tag drei zum Beispiel stellen wir fest, dass Malin und Janina – eigentlich blutige Anfänger – dermaßen gut und sicher fahren, dass sie fortan mit den Fortgeschrittenen mitfahren sollten. Was die beiden auch super machen!

Ist nicht Tag vier der Tag, als Herr Kraemer seine Gruppe völlig grundlos einseift und sich alle/viele/einige/wenige an ihm rächen?

Sicher ist, dass an Tag fünf David eine geschlagene Stunde seinen Leihski ausbuddeln muss, den er im Lift (!) verloren hatte. Heute ist unser letzter Tag, wir müssen alles, was geliehen war, vollständig abgeben!

Am letzten Morgen schneit es dann ziemlich, wir sitzen müde und glücklich, alles so gut überstanden zu haben, im Bus in Richtung Siegerland und wollen vor allem eins: schnelles, störungsfreies Internet: Die Welt hat uns wieder!