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Am 09. November fand in der Aula unseres Gymnasiums eine Vortragsveranstaltung zur Bedeu­tung Martin Luthers statt. Einge­laden waren alle Oberstufen­schüler sowie interessierte Gäste. Schulleiter Dr. Berg konnte bei der Nachmittagsveranstaltung über 200 Zuhörer begrüßen.

Dr. Berg erklärte in seinem Grußwort, welche Rolle der Religionsunterricht und theologisches Nachdenken am Löhrtor-Gymnasium spielen, das sich neben den beiden Theologen in der Schulleitung einer personell breit aufgestellten Fachschaft Religion erfreut.

Den Hauptvortrag hielt Dr. Andreas Hoffmann, Professor für Kirchengeschichte an der Philo­sophischen Fakultät der Siegener Universität. Seine Ausführungen, die überschrieben waren durch den Titel „Von Luder zu Luther“ zeichneten Schlüsselszenen im Leben des jungen Martin Luther nach, die zu der berühmten reformatorischen Entdeckung führten: Illustriert mit Bildern aus der Zeit des 16. Jhs. erläuterte der Kirchenhistoriker das neue Gottesbild Martin Luthers und seine Ansichten zur Freiheit des Individuums, die in seiner Namensabänderung von Luder zu Luther gipfelten. Der Klanglaut des neuen Namens ist nämlich an die griechische Vokabel für Freiheit angelehnt.

Im Anschluss an den Vortrag gestaltete Dr. Reiner Berg eine Interviewrunde mit Prof. Andreas Hoffmann, Frau Dr. Gunda Müller-Zimmermann, Fördervereinsvorsitzende des Gymnasiums, sowie den Schülern Tristan und Constantin aus der Jahrgangsstufe Q2. Die Diskussion stand unter der Fragestellung: Hat Martin Luther noch eine Gegenwartsbedeutung? Hierbei ging Professor Hoffmann darauf ein, dass Luther insofern eine Vorbildfunktion ausfüllen könne, als er konsequent auch gegen Autoritäten an dem festhielt, was er als wichtig erachtet hatte. Auch Constantin argumentierte, dass es wichtig sei, seinen Weg zu gehen und sich treu zu bleiben. Sich nicht zu verstellen, bewirke letztlich auch Ansehen bei Freunden und Mitmenschen. Tristan hob Luther als Vorreiter der persönlichen Freiheit heraus. Frau Dr. Müller-Zimmermann betonte, dass protestantische Überzeugung auf individuelle Freiheit abhebe und die Möglichkeit eröffne, das eigene Leben frei zu gestalten und eine Gesellschaft zu errichten, ohne einem Zwang zu unterliegen, alles perfekt gestalten zu müssen. Auch die Tradition des Schulwesens, insbesondere des Löhrtor-Gymnasiums, sei letztlich Folge der reformatorischen Entdeckung. Insgesamt wurde durch die Interviews deutlich, inwiefern Martin Luther und die protestantische Tradition auch heute noch eine Rolle für die Gesellschaft spielen kann.