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Ende August 2014 bin ich, Erik Aplevich, in Toronto, Kanada angekommen, wo ich von meinen Großeltern abgeholt wurde, bei denen ich das halbe Jahr bleiben würde. Meine Großeltern wohnen in Kitchener, Ontario. Kitchener hat eine Einwohnerzahl von 336 000 und liegt in der am dichtesten bevölkerten Provinz Ontario mit 13,6 Millionen Einwohnern. Ich besuchte die KCI, was für Kitchener-Waterloo Colegiate and Vocational School steht und im Stadtzentrum liegt.

Bei der Anmeldung für die Schule musste ich mir, anders als in Deutschland, 4 Fächer für das Halbjahr aussuchen. Diese waren Geographie, Mathe, Französisch und Sport Info. In Erdkunde wurde viel Wert auf kreatives Denken gesetzt, weshalb der erste „Test" aus Knobelaufgaben bestand. Als nächstes waren Gletscher dran, wo wir einen Kuchen, der einen bestimmten Gletscher darstellen sollte, backen sollten. Danach war die kanadische Industrie dran, gefolgt von Immigration. In Mathe wurde Algebra, binomische Formeln, Flächen und Inhalt bearbeitet. In Französisch nahmen wir das Passé composé durch erstellten Präsentationen über Fantasie-Ausflüge. In Sport info wurde Dodgeball, Basketball, Volleyball und ähnliches gespielt oder es gab Sexualkunde, Erste-Hilfe-Ausbildung und Aufklärung über Drogen.

Ein großer Unterschied zu Deutschland bestand darin, dass selten etwas von der Tafel abgeschrieben wurde, da der Unterricht meist mündlich ablief. Außerdem durften wir das Handy im Unterricht benutzen, um Sachverhalte zu googeln. Außerdem durften wir Musik zu hören - wenn auch nur nur mit einem Ohr - solange wir dem Unterricht folgten. Als ich in Kanada war, habe ich auch sämtliche Mannschaftssportarten ausprobiert. Typisch für Kanada ist das Curling, bei dem man auf einer Eisfläche rutscht und versucht, mit Strategie die eigenen Steine möglichst nah ans Zentrum des Kreises zu platzieren. Es gab auch die Möglichkeit, sich für die Schulmannschaften anzumelden. Ich entschied mich für Football zu spielen. Es gab ein Auswahlverfahren, um die Spielpositionen für die rund 35 Spieler zu finden. Die 9. und 10. Klasse spielten in einer Mannschaft. Einige der Zehntklässler behielten ihre Spielposition aus dem Vorjahr. Beim Football fand ich zwei meiner besten Freunde, Ayuub und Patrick. Ich spielte in der Offensive und auf der Position für Fieldgoals, während meine Freunde beide in der Verteidigung spielten. Freitags gab es normalerweise Spiele, bei denen man als Spieler Hemd und Krawatte unter das Football-Trikots anzog. Es gab jeden Tag nach der Schule von 14:30 bis 17:00 Uhr Training von September bis November. Außerhalb der Schule spielte ich erst Baseball und später Badminton. Die Baseballmannschaft trainierte im Anschluss an das Footballtraining zweimal die Woche. An einem Wochenende fuhr ich mit der Mannschaft in die USA nach Detroit. Dort nahmen wir an einem Turnier teil und belegten den dritten von zehn Plätzen. Das Badminton-Training begann im Herbst. Ich wurde in eine Leistungstabelle eingetragen und maß mich dabei mit anderen Spielern meines Niveaus.

Weil ich bei meinen Großeltern wohnte, besuchte ich natürlich auch meine Cousins in Toronto, Ottawa und auch Kitchener. Daneben verabredete ich mich in meiner Freizeit mit meinen Freunden, die ich im Sport oder im Unterricht kennengelernt hatte. Wir aßen auch gemeinsam zu Mittag in der Cafeteria.