Drucken

Soziologie:

Wissenschaft von den formalen und inhaltlichen Zusammenhängen des Lebens in Gesellschaften. Die Soziologie ist eine Wirklichkeits- oder Erfahrungswissenschaft. Früher wurde sie auch als Gesellschaftslehre bezeichnet.

Wirtschaftswissenschaften:

Bezeichnung für die wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem grundlegenden Aufbau, den Abläufen und den Zielen der Wirtschaft befassen. Bei der Einteilung der Wirtschaftswissenschaften wird von zwei selbstständigen Fachrichtungen ausgegangen, der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaft.
(Wirtschaft: die Gesamtheit aller Einrichtungen wie Unternehmen, private und öffentliche Haushalte sowie die notwendigen Abläufe wie Käufe und Verkäufe, die mit der Herstellung und dem Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen verbunden sind.)

Politikwissenschaft:

Die Wissenschaft, die sich mit den Erscheinungsformen des politischen Lebens beschäftigt.
(Politik: Das allgemeine Handeln staatlicher und nicht-staatlicher Akteure, das auf die Durchsetzung von Vorstellungen zur Ordnung von Gemeinwesen und auf die Verwirklichung von Zielen und Werten gerichtet ist.

Aufgaben und Ziele des Faches

Didaktische Konzeption und fachliche Anforderungen

Das Fach Sozialwissenschaften hat es mit gesellschaftlichen Sachverhalten zu tun, die unmittelbar das Leben der Menschen berühren. Gesellschaftliches durchdringt und formt Menschen als „soziale Wesen“ in ihrer Selbstwerdung und in ihrem Zusammenleben; Die Sozialisation, die Verinnerlichung der Gesellschaft als subjektive Wirklichkeit macht Menschen handlungsfähig und gibt ihnen ein Bild von sich selbst. Aber der einzelne Mensch geht nie in der Gesellschaft auf; in der Spannung gegenüber gesellschaftlichen Anforderungen schärft sich das Selbstgefühl des Einzelnen.

Die Gesellschaft ist also einerseits eine objektive Gegebenheit, insofern menschliche Handlungen und Erfahrungen sich in sozialen Rollen, Institutionen, Symbolen, Werkzeugen, Maschinen, Bauwerken usw. objektivieren. Obwohl sie Produkte menschlichen Handelns sind, gewinnen diese Objektivationen eine scheinbar naturwüchsige Eigenständigkeit. Sie sind für den Einzelnen Bedingung seiner menschlichen Existenz und üben auf ihn einen Einfluss aus, dem er sich nicht entziehen kann. Andererseits ist Gesellschaft auch eine subjektive Gegebenheit. Sie wird vom Einzelnen arbeitend und kommunizierend, interpretierend und handelnd angeeignet und umgestaltet. Sozialer Veränderungswille und sozialer Wandel sind grundlegende gesellschaftliche Sachverhalte.

Entsprechend hat sozialwissenschaftlicher Unterricht immer zwei Zielrichtungen: Er will die Menschen als gesellschaftliche Produkte und Gestalter der Gesellschaft zugleich verstehen und damit sowohl gegen ein verdinglichtes als auch gegen ein idealistisch überhöhtes Selbstverständnis anarbeiten. Kompetentes Handeln in gegebenen gesellschaftlichen Strukturen und kritisch-selbstreflexives Nachdenken über gesellschaftliche Formungen und die engagiert-verantwortliche Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme sollen gefördert werden. Beide Lernbewegungen (gesellschaftliche Kompetenz und gewissenhafte Selbstreflexion) sollen bei keinem Thema auseinander gerissen werden, nur in ihrer Verbindung sind sie bildend.

Sie erfordern nicht enzyklopädische Kenntnisse über alle gesellschaftlichen Entwicklungen, aber sozialwissenschaftliches Orientierungs-, Erschließungs-, Erklärungs- und Handlungswissen in Inhaltsfeldern, die gesellschaftlich bedeutsam sind: