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Drrrrr!!! Paulas Wecker klingelte. Paula murmelte mit ironischer Stimme: „Ich liebe die Montag­morgen!“, drückte den Wecker aus, drehte sich um und schlief wieder ein.

Um halb acht kam ihre Mutter herein, schaltete das Licht an und erschrak, als sie Paula in ihrem Bett liegen sah: “Paula, was machst du denn noch hier?“ Ein Blick auf den Wecker verriet ihr, dass aus einem gemütlichen Frühstück nichts mehr würde.

Sie rannte ins Badezimmer, putzte sich die Zähne und kämmte sich die Haare. Als sie damit fertig war, rannte sie runter und rannte sofort wieder hoch, um ihre Tasche zu holen. Dann schob sie sich noch schnell einen Croissant rein und rannte in den Flur, um sich ihre Schuhe anzuziehen.

Als sie nun endlich die Tür hinter sich zuzog, fiel ihr auf, dass ihr Haustürschlüssel fehlte. Also drehte sie sich wieder um und schellte Sturm. Sie lauschte und hörte, wie ihre Mutter mit einem lautem Knall aus dem Bett fiel und dann langsam die Treppe herunter polterte. Als sie Paula endlich die Tür öffnete, huschte Paula an ihr vorbei, holte ihren Schlüssel und rannte raus zu ihrem Fahrrad. Bevor ihre Mutter überhaupt mit der Wimper zucken konnte, radelte Paula mit Höchstgeschwindigkeit los. Sie bog zum letzten Mal links ab, erblickte nun endlich die Schule, raste zu den Fahrradständern und schloss ihr Fahrrad an.

Schnell wie der Blitz spurtete sie zu ihrer Klasse, doch leider lief sie schnurstracks in Frau Söckelschuh. Diese trug ihre Nase wie immer ziemlich hoch, weshalb Paula sich duckte und an ihr vorbeischlich. Doch da drehte Frau Stöckelschuh sich um und sagte: „Na?! Oooohhh, leider kein neuer Rekord. Du bist heute fünf Minuten früher als gestern, vorgestern warst du eine Minute schneller und....“ „Jaja. Aber wenn sie jetzt alle meine Verspätungen aufzählen wollen, dann beeilen sie sich bitte ein bisschen, denn sonst verpasse ich noch die ganze Deutschstunde.“, mit diesen Worten verschwand Paula und ließ die verdutzte Lehrerin einfach stehen.

Doch im Klassenraum erwartete sie schon die nächste Überraschung: Ihre Klasse war schon unterwegs zum Museum “DIE FIGHTANIC“. Der Zug würde in drei Minuten am Hauptbahnhof losfahren. Wahrscheinlich wunderte sich der Geschichtslehrer, Herr Dr. Schurz. Er hatte die große Aufgabe übernommen, die laute und total chaotische Klasse im Zaum zuhalten. Das war ziemlich schwierig, denn sobald ein Schüler etwas Verrücktes tat, taten es alle. Herr Dr. Schurz hatte nun die eineigenen Zwillinge Mia und Pia beauftragt, Paula auf dem Handy anzurufen.

 

Zur selben Zeit raste Paula über eine Kreuzung, ohne auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten. Die Autos hupten laut und die Fahrradfahrer klingelten wie verrückt. Da klingelte Paulas Handy, aber Paula ignorierte das Klingeln und fuhr nur noch schneller.

 

Unterdessen war der Zug eingetroffen und die Schüler stürmten hinein, als plötzlich Billis Handy klingelte. „Ich bin in zwei Minuten da, halt die Tür vom Zug für mich auf!“, schrie Paula in ihr Handy, während sie ihr Fahrrad abschloss, um endlich zum Zug laufen zu können. Sie rannte, als ginge es um ihr Leben, und stolperte schließlich über ihre eigenen Füße.

Kurz blieb sie liegen und dachte: „Ich schaff es nicht mehr!“ Doch da sah Paula, wie Mia und Pia ganz aufgeregt mit dem Schaffner diskutierten, dass er doch bitte den Zug noch etwas warten lassen solle. Da rappelte Paula sich wieder auf und sprintete auf die drei zu. Mia, Pia und Paula umarmten sich stürmisch und stiegen wortlos in den Zug. Im Zug bekam sie von Herrn Dr. Schurz erst einmal eine Standpauke gehalten. Doch diese wurde durch das ruckartige Anfahren des Zuges unterbrochen, sodass Herr Dr. Schurz den Faden verlor. Sie mussten knappe zwei Stunden mit dem Zug fahren und dann noch eine halbe Stunde mit dem Bus.

henrike5Während Paula so darüber nachdachte, wie sie vermeiden könnte, dass sie ständig zu spät kam, wurde sie plötzlich ganz müde und schlief schließlich ein- den Kopf an einen großen roten Feuerlöscher gelehnt.

Plötzlich ruckte der ganze Zug und blieb schließlich stehen, Paula sprang wie von der Tarantel gestochen auf und stieß sich dabei den Kopf. Alle guckten sie an und Paula setzte sich wieder mit einem verlegenen Lächeln.

Herr Dr. Schurz, der auch eingenickt war, ging zum Schaffner und fragte ihn, warum der Zug denn stehen würde. Als er heraus bekam, dass der Motor kaputt sei und sie auf einen Ersatzzug warten müssten, beschloss er, sich den Weg zur nächsten Station geben zu lassen, wo sie ohnehin hätten aussteigen müssen. Nun kam er zur Klasse zurück und sagte: „Alle aussteigen, wir laufen den Rest.“ Die Klasse packte ihre Sachen ein und verließ murrend den Zug. Sie wanderten schon eine halbe Stunde und die Sonne brannte heiß vom Himmel, aber sie waren immer noch nicht da. Dabei hatte der Schaffner doch gesagt, man bräuchte nur eine viertel Stunde bis zur nächsten Station. Doch Herr Dr. Schurz wollte sich nicht unterkriegen lassen und lief einfach weiter.

Doch dann sprach jemand das aus, was alle dachten: „Wir haben uns verlaufen, oder?“ Herr Dr. Schurz nickte und alle sahen sich betroffen an.

Minuten vergingen, ohne dass jemand etwas sagte, doch dann platzte Paula heraus:

„Wir könnten hieraus doch ein Spiel machen. Wir könnten zwei Mannschaften machen und Räuber und Gendarm spielen.“

Alle nickten, denn Fangen zu spielen war immer noch besser, als darauf zu warten, dass ein Wunder passierte und sie zum Museum fänden. „Aber wenn ihr eine Bank oder ähnliches seht, brecht ihr das Spiel sofort ab und sagt den andern Bescheid.“, sagte der Lehrer und fuhr fort: „Ach, und noch etwas: Wenn ich pfeife, kommt ihr alle zu mir. Und seht zu, dass ihr die Felder nicht ganz zertrampelt!“

henrike2Es wurden zwei Mannschaften gebildet und alle rannten los - Jungen gegen Mädchen. Es war ein richtiges Vergnügen, sich gegenseitig zu jagen, doch gerade als es am aller schönsten war, pfiff Herr Dr. Schurz. Er hatte eine schöne Sitzgelegenheit gefunden und alle setzten sich und aßen etwas.

Da schrie Pia: „Da! Ich sehe das Museum!“ Alle guckten sich an und rannten los.

Plötzlich schrie Max, der beste Freund von Paula: „Da ist `ne Höhle!“, und rannte hinein und wie bekannt: Was einer tut, das tun alle.


henrike4In der Höhle schauten sie sich alle um: Ein großer Raum aus Stein. Alle waren ganz aufgeregt und redeten miteinander. Paula und Max fanden eine Steinwand, auf die eine Bücherwand aufgemalt war. Max wollte wissen, ob die Farbe frisch war, und berührte sie.

Da tat sich plötzlich ein Loch einen Millimeter vor Max und Paula auf. Max kniete sich hin und beugte sich über das Loch und schrie „Hallo“ hinein. Als Antwort bekam er „lolololo...“ zurück und stellte mit fachmännischer Stimme fest: „Das Loch ist sehr tief“, worauf Paula meinte: „Na, du musst es ja wissen.“ Max nickte und drehte sich um, um zu seinem besten Freund zu kommen. Doch da machte er einen unüberlegten Schritt nach hinten und fiel in das Loch. Paula schrie: „Neeiiiin!! Einer muss den Schurz holen und zwar schnell!“ Es wollten gerade ein paar loslaufen, als alle einen dumpfen Schlag hörten. „Er ist tot!“, schoss es Paula durch den Kopf.

Nun überschlugen sich die Ereignisse:

Paula entdeckte einen fliegenden Teppich und sagte zu Mia und Pia, sie sollten runter fliegen. Dann sprang Paula auch!

Da wachte sie auf. Sie hatte nur geträumt. Zum Glück! Die ganze Klasse stand um sie herum: Sie hatte im Schlaf geschrien und war schließlich vom Stuhl gefallen.

 


henrike3Als der Zug am Bahnhof hielt, sah Paula die große Bahnhofsuhr. Sie stand auf kurz nach zwölf Uhr. Dann nahmen sie den Bus zum Museum.

Im Museum machten sie zuerst eine Führung dann durften sie noch eine halb Stunde allein im Museum herumlaufen.

Als sie fertig waren, fuhren sie mit dem Bus wieder zum Bahnhof. Dort stand die Bahnhofsuhr immer noch.


henrike1Im Zug fragte Herr Dr. Schurz noch, was ihnen denn am Besten gefallen hätte. Alle redeten durcheinander und Paula antwortete prompt: „Ich fand das Bild mit der Frau, die telefoniert, am Schönsten.“

Am Abend, als Paula mit ihren Eltern und ihrem Bruder Tom beim Abendessen saß, erzählte sie die ganze Geschichte. Als sie an der Stelle ankam, an der Paula in das Loch gesprungen war, machte sie eine Pause, um zu essen, und Tom kam ihr dazwischen und fragte: „Und was ist dann passiert?“ „Dann bin ich aufgewacht und die ganze Klasse hat mich dumm angeguckt.“