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Vor ungefähr 50 Jahren, gab es einen Jungen, der Lucas hieß. Er ging auf das Löhrtor-Gymnasium in Siegen. Sein Vater war der Direktor des Gymnasiums, bevor er in Rente ging. Dann hatte er das Hobby zu jagen. Sein Vater fand das Jagen so toll, also befahl er Lucas, Jäger zu werden. Doch das gefiel Lucas gar nicht, denn er wollte Künstler werden.

Eines Abends hatten die beiden einen großen Streit. Es ging natürlich wieder um das Jagen. Lucas' Vater hat ihn gezwungen, noch diesen Abend in den Wald zu gehen und einen schönen, großen Hasen zu erschießen. Also ging Lucas los. Mit einem Karren und einem großen Jagdgewehr.

jessika3Doch dann sah er einen großen, wunderschönen Stein. Es war ein Erinnerungsstein. Dieser Stein inspirierte ihn, so dass er ihn sich genau ansah, um ihn dann zu malen. Da fand er viele Bücher. Die waren wahrscheinlich sehr wertvoll, da sie sehr liebevoll geschmückt waren. Er malte nur die Bücher, da diese so toll waren. Er zeichnete eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, zwei Stunden... Nach drei Stunden war das Bild vollbracht.


jessika4Er war so stolz auf sich und das Bild, dass er ganz vergessen hatte, dass sein Vater ihn wahrscheinlich schon längst erwartete, doch er hatte noch keinen Hasen erschossen. Als er das bemerkte, lief er los. Voller Eile bemerkte er nicht, dass es schon so dunkel war. Als er dann endlich am Wald angekommen war, sah er ein Mädchen, dass auf seinen Karren und auf sein Gewehr starrte. Er fuhr weiter und beachtete sie nicht. Am Wald angekommen, sah er einen großen, prächtigen weißen Hasen. Wahrscheinlich war es ein Deutscher Schecke.


jessika2Er zückte blitzschnell sein Gewehr und… Plötzlich sprang das seltsame Mädchen vor Lucas und sie schrie: „Nein! Hör auf damit! Sag mal, spinnst du?“ Beide standen da und sagten nichts. Da traute sich Lucas und fragte: „Wer bist du eigentlich, mich hier zu stören? Geh mir sofort aus dem Weg!“ Das Mädchen ging ihm sprachlos aus dem Weg.

Also zielte er aufs Neue und... Der Schuss knallte wie ein merkwürdiger Schrei und der Hase lag leblos da und schaute auf Lucas. Lucas warf den Hasen auf den Karren und fuhr fort. Als er beim Stein und den Büchern angekommen war, warf er sie auch auf den Karren. Doch viele Fragen beschäftigten ihn: „Wer war dieses Mädchen? Wieso wollte sie mich daran hindern, den Hasen zu töten?“ Diese Fragen gingen ihm nicht aus dem Kopf. Dann trottete er nach Hause.

Zu Hause angekommen, erwartete sein Vater ihn schon. Er schrie: „Lucas, wo warst du denn bloß? Was grinst du so blöd? Ich rede mit dir, Lucas!“ Lucas ging in sein Zimmer, ohne ein Wort zu sagen. Und so schlief er schließlich ein. Am nächsten Morgen schlich er sich aus dem Haus, weil er zu dem Mädchen wollte, doch diese stand schon vor dem Haus. Als sie bemerkte, dass Lucas sie gesehen hatte, lief sie davon. Natürlich lief Lucas hinter ihr her. Die beiden liefen in dem Wald. Doch dann fiel sie. Ihre Knie aufgeschürft, ihr Kinn blutig. Lucas fragte: „Ist alles okay? Kann ich dir irgendwie helfen?“ Sie sagte nichts und humpelte davon. Lucas schrie ihr hinterher: „Bleib bitte stehen! Ich will dir nur helfen!“ Darauf hin drehte sie sich um und sagte: „Ich brauche deine Hilfe nicht, du Mörder!“ Mit diesen Worten humpelte sie davon. Doch so leicht ließ sich Lucas nicht abschütteln. Er ging ihr heimlich hinterher.

jessika1Er folgte ihr bis zu einem mit Moos bedeckten Häuschen. Lukas sagte geschockt: „Ist das ein Hexenhaus?“ Das Mädchen ging dort rein. Er beobachtete sie durch ein Fenster. Auf einmal verschwanden ihre starken Wunden. Dabei sprach sie einen Zauberspruch. Da bemerkte er, dass dieses Mädchen eine Hexe war. Er erschrak und lief so schnell wie möglich davon. Sie hatte es bemerkt und zauberte sich genau vor ihm und sprach wütend : „Wieso hast du mich verfolgt? Lass mich in Ruhe!“ Lucas sprach erstaunt: „Du bist eine Hexe, oder? Kannst du mir helfen?“ Lucas kam auf die Idee, dass sie seinen Vater verzaubern könnte, damit er verstand, dass er nicht mehr klein war und ihn sein Leben leben ließ. „Nein, ich will dir nicht helfen! Du bist ein Mörder, süße, kleine Tiere tötest du!“, sprach sie wütend. „Aber ich wollte es gar nicht töten! Ich musste es tun, weil mein Vater mich gezwungen hatte. Ich will doch nur Künstler werden, doch das wird nie passieren...“ Dann wurde es still. Das Mädchen sprach mitleideig: „Ich bin Pia und wenn du nichts dagegen hast, würde ich dir helfen.“ „Das wäre super, doch schaffst du das denn?“ „Naja, ich müsste in meinen Büchern lesen, doch ich könnte es bestimmt schaffen.“ „Danke, Danke schön! Ach ja und ich heiße Lucas.“ Sie redeten noch lange weiter, bis er seinen Vater schreien hörte.

„Lucas, Lucas! Wo bleibst du den? Ich suche dich schon zwei Stunden lang. Na warte, bis du nach hause kommst. Lucas erschrak und ging, ohne ein Wort zu sagen, zurück zu seinem Vater. Auf dem Weg nach hause sprachen sie nicht miteinander. Dies quälte Lucas. Er wusste, dass es großen Ärger geben würde. Als sie zuhause waren, schrie sein Vater: „Was fällt dir eigentlich ein, einfach von zuhause zu verschwinden? Wenn das noch einmal vorkommt, lernst du mich erst richtig kennen!“ „Das wird gar nicht mehr vorkommen!“, sagte er leise vor sich hin. „Was meinst du damit?“ Lucas sagte nichts. „Rede mit mir, Lucas!“, befahl sein Vater. „Es wird gar nicht mehr dazu kommen! Ich habe es satt, von dir angeschrien zu werden. So einen schlechten Vater habe ich noch nie gesehen. Du solltest dich schämen. Ich tue alles für dich und du?“ Sein Vater bekam Schuldgefühle: „Aber Lucas... Was willst du denn dagegen tun? Du hast hier nichts zu sagen!“ „Ich ziehe aus! Und zwar noch heute“, sagte er schon fast angeberisch. „Ja, dann geh! Pack deine Sachen und geh los!“ Lucas ging und packte seine Sachen, mit seiner Kleidung und natürlich mit seinen Kunstwerken, die er selber entworfen hatte.

Er lief in den Wald zu Pia, denn viele Freunde hatte er nicht und die Verwandten wollten nichts von ihm und seinem Vater wissen. Also konnte er nur hoffen, dass Pia ihn aufnähme. Er ging genau zu der Stelle, wo Pias Haus stand, doch es war alles weg. Nichts war mehr da. Lucas dachte sich: „Hat sie mich jetzt auch im Stich gelassen? Sie wollte mir doch helfen?“ Er ging in ein nahe gelegenes Jagdhaus, wo längst niemand mehr hinging. Dort war es still. Als er sich abends im Jagdhaus hinlegen wollte, hörte er ein lautes Knarren. Das war wahrscheinlich der Boden. Auf einmal sprang Pia in den Raum und fragte: „Na, was machst du denn hier? Komm doch mit mir, du darfst bei mir auf dem Boden schlafen, da habe ich wenigstens eine Heizung.“

„Pia! Ich bin so glücklich, dass du da bist! Ich dachte schon, dass du mich im Stich gelassen hast.“, sagte er hoffnungsvoll. „Ach nein! Wir sind doch Freunde. Nun komm mit.“ Als die beiden auf dem Weg zu Pias Häuschen waren, erzählte Lucas ihr von dem Streit mit seinem Vater. Pia war froh, dass Lucas ihm endlich die Meinung gesagt hatte. Die beiden kamen am Häuschen an und Pia begann nach einem Zauberspruch zu suchen, der Lucas' Vater verzauberte. Aber sie fand nichts. „Es tut mir sehr leid, ich kann nichts finden.“ „Bist du dir sicher? Vielleicht kannst du nochmal nachschauen?“, fragte er sie hoffnungsvoll. Sie sagte: „Nein, ich kann leider nichts finden. Es tut mir sehr leid.“ Lucas sagte verzweifelt: „Ist schon okay. Dann gehe ich besser zu meinen Vater und entschuldige mich.“ „Okay, sei nicht so traurig!“ Er ging stumm davon.

Zuhause saß sein Vater neben der Tür und weinte. „Lucas, Lucas, bist du das?“, schrie sein Vater von Weitem. Lucas sagte traurig: „Ja, Vater.“ Gleichzeitig sagten beide: „Es tut mir leid.“ Sie lächelten. Sie redeten und redeten, bis sein Vater sagte: „Es tut mir echt leid, Lucas. Du hattest mit allem recht, was du gesagt hast. Ich kann gar nichts ohne dich.“ Lucas war sehr froh, genauso wie sein Vater. Lucas erzählte viel von Pia. Sein Vater war begeistert von ihr. Also beschlossen Sie, zu Pia zu gehen, um ihr mitzuteilen, dass Lucas und sein Vater sich wieder vertragen hatten. So gingen die beiden los. Sein Vater war erstaunt, dass es im Wald so ein Häuschen gab. Pia sah die beiden von Weitem und rannte auf Lucas zu und umarmte ihn. Die beiden erzählten ihr, dass alles wieder gut war. Alle waren froh.

jessika5Fünf Jahre später, waren Lucas und Pia zusammen. Lucas war ein berühmter Künstler. Alle seine Werke, also das Gemälde mit den Büchern, den Erinnerungsstein und sogar den ausgestopften Hasen hatten sie im Gymnasium ausgestellt. Pia hatte das alte Jagdhaus in ein Restaurant verwandelt und sogar da malte Lucas das Wort Kiosk an die Wand. Das Verhältnis zu seinem Vater war super.

Alles war gut.