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„Es war ein Montagmorgen. Es war ein grauer Morgen, zum Glück der letzte Montag vor den Sommerferien. Es war die erste Stunde, eine Mathestunde, und ich war noch nicht richtig wach und versuchte krampfhaft, wenigstens ein bisschen so auszusehen, als ob ich zuhören könnte. Aber ich vermute, dass es nicht so richtig geklappt hat, denn ich schweifte mit meinen Gedanken immer ab, bis ich schließlich ins Leere blickte.

Draußen klatschte der Regen gegen das Fenster. „Eigentlich sollte es verboten werden, dass es im Sommer so viel regnet“, dachte ich. „Und Mathestunden mit Frau Schneider!“ Aber anscheinend habe ich das laut gedacht, denn plötzlich merkte ich, dass mich alle Klassenkameraden und auch unsere Lehrerin ansahen. Die Schüler waren eher belustigt, die Lehrerin eher ärgerlich! „Äh, ‚Entschuldigung!“, murmelte ich, peinlich berührt.

Da raunte mir meine Tischnachbarin und beste Freundin Isa zu: „13 mal 13 = 169. Die Reihe sollten wir doch auswendig lernen.“ Ich sagte also mit strahlendem Lächeln: „169 ist die Lösung.“ „Von was?“, fragte die Lehrerin zurück. „Ja, von der Aufgabe 13 mal 13, der Aufgabe, die wir lösen sollten“, antwortete ich leicht verwirrt. Die Lehrerin zog nur eine Augenbraue hoch (kein gutes Zeichen übrigens!) und sagte dann, während die gesamte Klasse in schallendes Gelächter ausbrach: „Ja, das Ergebnis ist zwar korrekt, aber meine Frage war ja, in welchem Traum du gerade bist? Bei Mathe ja nun gerade nicht!“ Dann fügte sie hinzu: „Und danke übrigens, Isa, für das Ergebnis, Ich sehe, du kannst das. Auch wenn du Marie nicht wirklich weitergeholfen hast. Und du, Marie, konzentriere dich bitte wieder.“ Aber da klingelte es zum Glück, und die Lehrerin sagte noch: „Denkt dran, morgen geht es nach Berlin zur Klassenfahrt.“

„Das ist ja grade noch einmal gut gegangen“, sagte ich zu Isa. „Warum hast Du mir denn die Aufgabe vorgesagt, die nicht gefragt war?“ Aber Isa hatte offensichtlich auch geträumt …

Isa und Mary waren meine besten Freundinnen, auf sie war immer Verlass. Aber Isa war manchmal eben auch verträumt! Zusammen haben wir drei schon vieles gemeinsam gemeistert, also Detektivfälle gelöst. Aber seit ein paar Wochen schon war Flaute. Kein spannender Fall weit und breit in Sicht. Mary war übrigens nicht bei uns an der Schule, wir trafen uns immer nachmittags. Aber bis dahin waren noch vier Stunden durchzustehen!

johanna2Und um das wenigstens mit Anstand zu machen, musste ich mich jetzt sputen, um rechtzeitig meine Bio-Sachen für die nächste Stunde aus meinem Schließfach zu holen.

Ich rannte also los. Wie immer in den Pausen hallten die Gänge und das Treppenhaus vom aufgeregten Geschrei und den lauten Gesprächen der Schüler wieder. Doch mit einem Mal rückten alle diese Geräusche in den Hintergrund, schienen zu verschwinden. Ich hatte urplötzlich das Gefühl, unter einer Glocke zu sein, unter der mich kein Geräusch mehr erreichte und ich in einer Welt war, in der Stille und Ruhe herrschte. Aber auf eine merkwürdige Art. Stellte ich mir das nur vor, oder war es wirklich so? Auf einmal fühlte ich etwas warmes auf meiner Hand. Mit lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Ich wagte es nicht, meine Hand anzuschauen, um zu sehen, was dieses warme, weiche Gefühl auf meiner Hand ausgelöst hatte. Ich war in einer Traumwelt gefangen, in die ich auch schon in der Mathestunde eingetaucht war.

Dort war es hell und warm, alles schimmerte grünlich. Ich war in einem Garten gelandet, in einem Garten mit schönen Blumen, großen Bäumen, üppigen Büschen und einer großen, grünen Wiese. In der Mitte war ein Brunnen, zu dem ein gepflasterter Weg führte, der sich weiter durch den gesamten Garten zog. Etwas verwirrt und orientierungslos sah ich mich um: „Wo war ich hier?“ Dann lief ich los, einfach durch den Garten, der in völliger Stille dalag. Kein Geräusch war zu hören, kein Lüftchen rührte sich. Ich wusste nicht, wie ich hierhin gekommen war. Und wieso. Was sollte das alles?

Wichtig war jetzt vor allem, einen Ausgang zu finden. Und jemanden, der mir erklären könnte, wo ich hier gelandet war. „Stell dich nicht so an“, sagte ich mir selbst, „tu was, dann kommst du hier auch wieder raus!“

Und tatsächlich: Plötzlich spürte ich einen warmen Luftzug, der immer stärker wurde, der mir immer näher kam. „Merkwürdig“, dachte ich, „was ist das?“ Ich war so mit mir beschäftigt, dass ich heftig erschrak, als sich mir unversehens etwas Kaltes auf die Schulter setzte. Ich wagte es kaum, mich umzudrehen. Ich musste allen Mut zusammennehmen und drehte langsam den Kopf. Hinter mir stand - ein Gärtner! Er hatte seine grauen Haare unter einem Strohhut mir royal-blauem Band versteckt und trug eine grüne Schürze. Er musterte mich freundlich: „Wer bist du?“, fragte er. „Ich bin Marie“, stotterte ich verlegen und verdutzt. „Herzlich willkommen, Marie“, sagte er lächelnd. „Ich wollte dich nicht erschrecken, entschuldige bitte. Ich bin Felicio. Wir haben nicht oft Besucher hier. Wie bist du hierhergekommen?“ Ich erzählte ihm, was ich erlebt hatte und fügte hinzu: „Ich war wie in Trance, so, als ob ich verzaubert wäre. Kannst du mir das erklären?“ „Ja, du hast recht“, antwortete Felicio. „Du wurdest wirklich verzaubert. Ein schwarzer Schatten schob sich über sein Gesicht. „Das war der böse Zauberer Zwackeldackel. Dieser Garten hier gehört zwar mir. Aber er verlangt, dass ich ihm pro Woche 20 kg Bananen und 35 kg Äpfel liefere. Wenn ich sie ihm nicht zahle, vereist er mir den Park. Früher war ich hier der Fürst. Das gesamte Land, auch außerhalb des Parks, gehörte mir. Aber dann kam Zwackeldackel. Und ich muss sehen, woher ich das ganze Jahr über so viele Bananen und so viele Äpfel bekomme! Und ich weiß noch nicht einmal, wofür er das ganze Obst braucht!“

Er schaute mich sinnend an und lächelte plötzlich so, also ob ihm eine gute Idee gekommen wäre: „Vielleicht kannst du uns ja helfen!? Wenn du schon auf solche Weise hierher gezaubert worden bist, hast du sicher auch besondere Fähigkeiten!“ „Das weiß ich nicht“, sagte ich, „aber ich helfe, wie ich kann.“ Ich schaute ihn nun meinerseits fragend an: „Du hast eben gesagt ,uns helfen‘. Gibt es hier denn noch andere Leute außer dir?“

johanna1Wie auf ein Stichwort trat ein Mädchen in meinem Alter aus der Tür eines Schuppens, den ich bisher nicht weiter beachtet hatte. Felicio lächelte das Mädchen an und sagte zu mir: „Das ist meine Tochter Sophie.“ Ich begrüßte sie und sagte: „Hallo Sophie! Ich heiße Marie. Vielleicht kann ich euch helfen! - Aber wie?“, schloss ich fragend an. „Wisst ihr, wie man Zwackeldackel beikommen kann? Kennt ihr eine Schwachstelle in seiner Zauberkunst?“ Felicio und Sophie sagten wie aus einem Mund: „Löschschaum! Er ist allergisch gegen den Schaum, der in den Feuerlöschern ist. Aber er hat ihn verhext, so dass wir unseren Feuerlöscher nicht berühren können, ohne uns furchtbar zu verbrennen. Auch Handschuhe helfen nicht gegen die Hitze, die wir fühlen, wenn wir ihn anfassen.“ „Hat denn bisher noch kein Mensch versucht, ihn damit außer Gefecht zu setzen?“ „Nein, du bist die erste aus dem Menschenland, die hierhergekommen ist.“

„Ach so“, sagte ich nachdenklich. „Habt ihr denn einen Feuerlöscher hier?“ „Klar, komm mit.“ Felicio ging voran zu einem kleinen Haus, das hinter ein paar Bäumen verborgen lag, zog einen großen Schlüssel aus seiner Schürzentasche und schloss auf. Er führte uns sofort zu einer kleinen Türe, die in den Keller führte. Wir stiegen eine steile Treppe hinunter, die ins Dunkle führte. Unten folgten wir beim schwachen Schimmer einer Sturmlaterne, die Felicio angezündet hatte, vielen verwinkelten Gängen, die sich fast unter dem gesamten Garten hindurchführten, gingen durch unzählige Türen, die Felicio uns aufschloss und sorgfältig hinter uns verschloss.

So langsam beschlich mich doch ein mulmiges Gefühl. Was, wenn die beiden mich nur hereinlegen wollten und die Geschichte mit dem bösen Zauberer nur erfunden war, um mich in eine Falle zu locken? Was, wenn die beiden mit Zwackeldackel zusammenarbeiteten und ich von ihm zu Eis gemacht wurde? Und was dann? Aber nein, beruhigte ich mich, die beiden schienen so freundlich und ehrlich zu sein, die führten nichts Böses im Schilde! Außerdem war es jetzt sowieso zu spät … Aber ein Zweifel blieb.

Wir kamen endlich in einen warmen, hellen Raum, in dem ein Feuerlöscher an einer Wand hinter Gittern hing. „Hier“, sagte Sophie, „den kannst du nehmen!“ „Habt ihr denn einen Schlüssel für das Gitter?“, fragte ich. „Ja, aber wenn ich nur in die Nähe komme, erhitzt sich das Gitter“, sagte Felicio und ging an das Gitter, das sofort eine enorme Hitze auszustrahlen begann. Vielleicht haben sie mich doch nicht hereingelegt, dachte ich erleichtert, als ich das sah!

„Aber wie sollen wir Zwackeldackel denn nun überwältigen?“, fragte ich dann, als ich mit Felicios Schlüssel das Gitter geöffnet und den Feuerlöscher aus der Halterung genommen hatte. Ich bemerkte keine Hitze dabei! „Ja, das wird ein Problem“, meinte Felicio nachdenklich. „Wir müssen ihn nämlich erst einmal finden“, ergänzte Sophie. „Wie kommt Zwackeldackel denn an sein Essen?“, fragte ich. „Können wir ihn nicht dabei überwältigen?“ „Ja, wenn ich wüsste, wie er es sich holt“, meinte Felicio. „Ich muss ihm das Essen immer auf ein großes, freies Feld legen, dann muss ich gehen. Und wenn ich mich umdrehe, ist das Essen verschwunden. Aber ihn sehe ich nie!“

„Hm“, machte ich. „Das wird kompliziert! Sprecht ihr ihn denn auch sonst nie?“ „Eigentlich nicht“, meinte Felicio. „Wenn er was von uns will, taucht er einfach bei uns auf, ohne dass wir ihn kommen sehen.“ „Kannst du ihm denn dann nicht vielleicht einen Zettel zum Essen legen, mit der Bitter, dass er dich irgendwo im Wald aufsuchen soll, weil du ihm etwas Wichtiges zeigen musst? Da könnte ich mich dann verstecken und ihn mit dem Schaum besprühen! – Und dann möchte ich auch wieder schnell nach Hause. Ich vermisse nämlich meine Familie und Freunde. Die machen sich sicher auch Sorgen, wo ich wohl stecke! “ „Klar, das können wir versuchen“, meinte Felicio. „Und nach Hause kannst du dann auch, wenn alles klappt. Du wachst dann da auf, wo du verschwunden bist. - Aber gib gut Acht: Du musst Zwackeldackel mit dem ersten Strahl voll ins Gesicht treffen, sonst wird er wütend und schlägt um sich. Und das willst du nicht erleben …“

Ich nickte, das konnte ich mir gut vorstellen! Plötzlich hörte ich meinen Magen grummeln. Ich hatte Hunger! Das hatte mir grade noch gefehlt! Zaghaft fragte ich: „Könnt ihr mir vielleicht vorher noch etwas zu Essen geben? Tut mir leid, aber…Ich habe seit heute Morgen nichts mehr gegessen!“. Felicio nickte, und sagte: „Klar!“, dann zu Sophie gewandt, „Könntest du ihr bitte ein Brot mit etwas Marmelade und ein paar Erdbeeren machen? Mir ist nämlich gerade eingefallen, wie wir den Zauberer herlocken können!

Ich sage ihm, durch seine Brieftaube, dass er schnell zum Treffpunkt für Notfälle kommen soll, ich hätte etwas Wichtiges gesehen. Ich werde ihm sofort die Brieftaube schicken, mit etwas Papier, wo mein Anliegen draufsteht. Ist das okay?“ Fragend schaute er zu uns. Wir nickten beide, und sofort machte Felicio sich an die Arbeit. Auch Sophie zog los, mit mir im Schlepptau. Nach ungefähr einer halben Stunde kam Felicio zu dem Gartentisch, auf den Sophie mir mein Essen gestellt hatte. Ich war fertig mit dem Essen, und Felicio hatte seine Taube mit der Nachricht verschickt. „Der Zauberer ist immer schnell. Wir können jetzt losgehen!“, sagte er. Sophie sagte: „Ja, super. Kommst du, Marie?“. Und so zogen wir also los. Schon sehr aufgeregt fragte ich immer wieder: „Wie weit ist es denn noch?“, und Felicio antwortete immer wieder: „Nicht mehr sooo weit.“

Aber irgendwann sagte er, sichtlich ängstlich: „Ich schlage vor, ihr, Marie und Sophie, ihr versteckt euch erst in einem der Büsche, die überall um die Lichtung, auf der wir uns treffen, wachsen. Und du, Marie, kommst erst hinaus, wenn ich kurz Pfeife, einverstanden? Sonst könnte er womöglich Verdacht schöpfen. Und wehe“, sagte er mit einem Seitenblick auf seine Tochter, „wehe, du kommst vor meinem Pfiff raus. Am besten kommst du gar nicht raus! Ich kenne dich! Du hast schon so viel angestellt…!“

Sophie hatte ganz offensichtlich ein schlechtes Gewissen, als sie sagte: „Ja, mache ich! Ich verspreche es dir.“. Und legte ihre Hand aufs Herz… Endlich waren wir da. Es war wirklich so, wie Felicio es beschrieben hatte. Die Lichtung, auf die die Sonne schien, wie auf eine Glatze, und sich darauf spiegelte, war umgeben von lauter grünen Bäumen. Eigentlich, dachte ich, war es viel zu schön für einen solchen Tag…

Schnell versteckten Sophie und ich uns hinter einem der Büsche, und Sophie streckte mir ihren Rucksack hin, in dem sie die ganze Zeit den Feuerlöscher transportiert hatte. Ich umklammerte den Feuerlöscher, als wäre es mein einziger Halt. Vielleicht war er das ja auch, dachte ich.

johanna3Felicio trat in die Lichtung. Ich sah den Zauberer noch nicht, aber wenn er sehr pünktlich war, wie Sophie und ihr Vater ihn beschrieben hatten, war er sicher gleich da. Und das war er auch.

Plötzlich schoben sich Wolken vor die Sonne und in der Mitte der Lichtung tauchte ein Pokal auf, so wie man ihn von Wettbewerben kennt. „Vielleicht hat er ihn gewonnen?“, dachte ich. Dann entstieg dem Pokal ein großer, aber nicht sehr kräftiger Mann. Er dachte wohl, er würde für dieses Treffen keinen Extra-Termin im Fitnessstudio brauchen, dachte ich spöttisch. Der Zauberer ging auf Felicio zu, und redete auf ihn ein. Man konnte nicht verstehen, was genau, dazu waren wir zu weit weg. Aber dann ertönte ein schriller, kurzer Pfiff, und ich wusste Bescheid.

Ich sprang aus meinem Versteck, und drückte den Knopf, mit dem der Feuerlöscher betätigte wurde. Aber es kam nichts heraus! Hatten Felicio und Sophie mich doch in eine Falle locken wollen? War der Feuerlöscher gar nicht befüllt oder der Zauberer nicht mal wirklich allergisch gegen den Schaum? Aber dann wurden meine Zweifel durch Sophie unterbrochen: „Los, Marie, du musst noch entsichern!“ Klar! Das wollte ich eben schon machen! Ich blöde Kuh! Aber dafür war es zu spät. Was tun? Tausend Überlegungen schossen mir durch den Kopf. Eine nur war brauchbar: Von Felicio hatte ich erfahren, dass seine Zauberkraft nur auf dem Boden wirkte, also kletterte ich den nächstliegenden Baum hoch. Zwackeldackel kam hinter mir her, schneller, als ich gedacht hätte, aber meine Angst verlieh mir zusätzliche Kletterkräfte! Oben angekommen, entsicherte ich den Feuerlöscher und ehe der Zauberer merkte, was geschah - er war mir vorher schon gefährlich nahe gekommen - ergoss sich ein weißer Schaum über ihn.

johanna5Merkwürdigerweise gab er keinen Laut von sich. Auch hätte ich erwartet, dass er schrumpfte, plötzlich umfiel oder so was. Aber nein, er wurde größer und größer und größer und dicker und dicker und dicker! Aber dann ertönte ein ohrenbetäubender Knall, irgendetwas löste sich in Luft auf, und es rieselten kleine Stofffetzen runter. Der Zauberer hatte sich aufgelöst, sein Mantel war in tausend Stücke zerrissen! Schnell kletterte ich von dem Baum runter und staunte: „Wow!!!“. Auch Sophie und ihrem Vater ging es nicht anders. Dann ging ich auf den Pokal zu, das einzige, das der Zauberer außer seinen Mantelfetzen hinterlassen hatte, und schaute hinein: „Da ist ja noch was drin! Kommt, und guckt euch das an! Das ist ja ein Rezept!“, erkannte ich, nach dem ich es raus geholt hatte, „Mmh, Apfel- und Bananen-Muffins! Gibt’s nicht! Deswegen brauchte er so viele Bananen und Äpfel, weil es offensichtlich sein Lieblingsrezept war!“. Jetzt kamen auch Sophie und Felicio hinzu und Felicio rief: „Da steht noch etwas drauf! Ja, Ah! Notiz:“, las er vor, „Endlich Frau oder Mädchen holen, die das backen können!! Ich verstehe! Der feine Herr konnte ganz offensichtlich nicht backen! Wahrscheinlich hat er deswegen auch dich hergeholt! Aber dann hat er gedacht, der Zauberspruch würde nicht funktionieren, weil du nicht bei im aufgetaucht bist! Haha, ich lache mich schief…“. Auch ich fing an, zu lachen, und Sophie stimmte schließlich mit ein. Für mich war das alles wie eine Befreiung, denn die letzten 10 Minuten waren hart. Auch den beiden schien es so zu gehen, aber plötzlich hatte ich das Gefühl, der Boden würde mir unter den Füßen weggerissen, und ich wusste sofort: Ich durfte wieder nach Hause! Schnell verabschiedete ich mich von Sophie und Felicio und die beiden bedankten sich für meine Hilfe. Dann wurde ich wieder in meine Träume gezogen und stand vor meinem Schließfach und spürte das Warme auf meiner Hand immer noch.

johanna4Ich blickte auf und sah … Isa!! Sie sagte: „Hey, Marie! Aufwachen! Jetzt gleich haben wir Bio! Beeil dich!“. „Ja ja“, sagte ich und guckte auf die Schuluhr, die man durch das Fenster neben meinem Schließfach sehen konnte. Die Zeit war stehen geblieben!

Schnell holte ich meine Sachen und rannte zum Bio-Lehrsaal, in dem wir jetzt Unterricht hatten. Ich setzte mich und Frau Homolka, unsere Lehrerin, kam rein.

„Jetzt erst mal entspannen“, sagte ich mir und musste an Sophie und Felicio denken… Plötzlich hörte ich, wie Frau Homolka meinen Namen sagte, ziemlich laut sogar: „Marie, Marie! Träumst du …? Wo bist du denn?“ ….