Drucken

Der Streicherklassenunterricht als Teil des "Musik-Konzepts" am Gymnasium Am Löhrtor

Der Streicherklassenunterricht bietet SchülerInnen, die im Alter von 10-11 Jahren das übliche Einstiegsalter von 7-8 Jahren für den Instrumentalunterricht an einer Musikschule schon überschritten haben, den Einstieg in das Erlernen eines Streichinstrumentes; dieser Unterricht ist durch die Großgruppe vergleichsweise kostengünstig und durch die Integration in den Regelunterricht nicht mit zusätzlichem Zeitaufwand verbunden. Dadurch, dass der Unterricht zweimal in der Woche stattfindet, treffen folgende Ausführungen von Reinhard Seiffert in den "Arbeitshilfen zum Gruppenunterricht" des VdM zu: "Die kürzeren Intervalle entlasten Kinder und Eltern vom häuslichen Üben, das sich in der Anfangszeit auf wenige einfache Übungen, zunächst noch ohne Instrument, beschränken kann. So werden die Fehler vermieden, die sich bei einwöchigem falschen Üben, oft auf verstimmten Instrumenten, einschleichen und meist langwieriger zu beseitigen sind, als Fortschritte zu erreichen wären. Die Überforderung der Kinder und Eltern durch eine lange Übungswoche ist, ob eingestanden oder nicht, oft die Ursache von Misserfolgen im Einzelunterricht."

Für die Richtigkeit dieser Überlegungen spricht auch eine hier nur kurz angedeutet Bilanz nach 6 Jahren:

Zur Zeit spielen am Gymnasium Am Löhrtor etwa 80-100 Schüler ein Streichinstrument.

Sie lernen und spielen in zwei "Streicherklassen", zwei Streichorchestern und einem Sinfonieorchester. Dabei besuchen je 20-28 SchülerInnen den Streicherklassenuntericht in den Klassen 5 und 6, in den Klassen 7-10 lernen je etwa 14 Absolventen der Streichklassen ihre Instrumente im Kleingruppen- oder Einzelunterricht, angeboten durch die Musikschule, weiter. Wenn nach weiteren drei Jahren das Streicherprojekt SchülerInnnen aller Jahrgangsstufen erreicht hat, werden etwa 150 Streicher unsere Schule besuchen. Zusammen mit den in der Musikschule und von Privatlehrern ausgebildeten Instrumentalisten wird dann etwa jeder vierte bis fünfte Schüler ein Instrument spielen. Musik wird dadurch in einer deutlich wahrnehmbaren Gruppe eine gewichtige, Unterricht und Freizeit verbindende Beschäftigung. In den verschiedenen Orchestergruppen, aber auch in den drei Chören unserer Schule wird mit Freude, aber auch mit Konzentration und Ernsthaftigkeit die Auseinandersetzung mit Musik gesucht.

"Musizieren kann, so scheint es, wie kaum etwas anderes die kognitiven und sozialen, die emotionalen und kreativen Fähigkeiten gleichermaßen umfassend fördern." Wenn man Hans Günther Bastians Fazit aus einer Studie über Effekte eines verstärkten Musikunterrichts zugrunde legt, wird die über das Fach Musik hinausreichende Bedeutung dieser Entwicklung deutlich. Aber auch das Fach Musik wird mit seinem seit Jahren an unserer Schule bestehenden Kursangebot in der Oberstufe sicher auf Dauer stabilisiert und aufgewertet.