Am 16. September besuchten Herr Daschke von der Abteilung Stadtentwicklung, -planung und Liegenschaften und Frau Wiegel von der Abteilung Umwelt und Klima in Siegen den Erdkundeunterricht in der Q2. Die Schüler/innen haben sich im Unterricht vor den Sommerferien mit dem Thema Stadtentwicklung beschäftigt und zahlreiche Fragen zu Stadtentwicklungsprojekten in Siegen gesammelt.
Herr Daschke ist allgemein für Stadtplanung/-entwicklung in Siegen zuständig, Frau Wiegel hat sich als Klimafolgenanpassungsmanagerin auf nachhaltige Stadtentwicklung spezialisiert. Zu Beginn berichteten beide von aktuellen, abgeschlossenen, sehr kostenintensiven Projekten, wie „Siegen zu neuen Ufern“ (geschätzte Kosten ca. 25 Mio. €), dem Herrengarten oder der Aufwertung am Oberen Schloss mit Spielplatz und Sanierung der Stadtmauer. Sie schilderten die Komplexität der Planungsprozesse, berichteten von begrenzten finanziellen Mitteln, die die Umsetzung von einigen Projekten unmöglich machen und der damit einhergehenden Fördermittelakquisition. Auch zukünftige Planungsprojekte, wie die Erneuerung der Bluebox und die mögliche Errichtung eines Backhauses auf der Fläche eines ehemaligen Löschteiches in Feuersbach wurden vorgestellt.
Die Schüler/innen stellten die Frage, ob Siegen autofrei sein könnte. Frau Wiegel erläuterte die komplexe Stadtstruktur Siegens mit einigen Stadtteilen, die satellitenähnlich an den Stadtkern angeschlossen sind und mit dem mangelhaft ausgebauten ÖPNV nur begrenzt erreicht werden können. In diesem Zusammenhang wurde angemerkt, dass ein Tempolimit begrenzt auf 30 km/h aktuell noch geprüft wird, um Emissionen zu reduzieren und die Unfallzahlen sowie die Schwere der Unfälle zu verringern.
Auch die Zukunft des Karstadt-Gebäudes wurde thematisiert. Die Schüler/innen unterstützten die Idee der Umnutzung als Stadtbibliothek und ergänzten den Vorschlag der Nutzung als Nachtclub oder für kleine Einkaufsläden. Die beiden Gäste merkten an, dass die Unterteilung des Gebäudes in kleine Räume ungünstig ist, da u.a .der natürliche Lichteinfall fehlen würde, der für zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten notwendig ist; allerdings wäre die Nutzung als Nachtclub durchaus möglich.
Die Schüler/innen äußerten den Wunsch nach einer öffentlichen Sportstätte, beispielsweise zum Fußballspielen. Herr Daschke erklärte, dass es gerade im innerstädtischen Bereich schwierig sei, neue Flächen für Sportnutzungen zu schaffen, da es so gut wie keine ungenutzten Flächen gibt. Die Kunstrasenplätze sind außerhalb der Öffnungszeiten leider nicht frei nutzbar und an frei zugänglichen Sportstätten kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Vandalismus, sodass der Zugang eingeschränkt wurde.
Es wurde auch erfragt, wie über die Durchführung eines Projektes entschieden wird. Herr Daschke erläuterte, dass dabei der gesamte Stadtteil und die Nutzungsansprüche der BewohnerInnen betrachtet werden; es ist ebenso von Bedeutung, ob in diesen Stadtteil länger nicht investiert wurde. Die letztendliche Entscheidung darüber, ob ein Projekt umgesetzt wird, treffen aber immer die gewählten Ratsmitglieder der Stadt Siegen in den Sitzungen des Stadtrates und seiner Ausschüsse. Die Ratssitzungen werden auch live im Internet übertragen. Frau Wiegel erklärte, dass sie sich unter anderem damit beschäftigt, hitzegefährdeter Gebiete umzugestalten, Flächen zu entsiegeln und damit den natürlichen Abfluss von Wasser zu verbessern.
Auch die Route 57, der geplante Naturschutzpark, die Panzerwiese und der Bereich um das Timberjacks wurden thematisiert.
Wir danken Herrn Daschke und Frau Wiegel für den informativen Austausch auf Augenhöhe!

