Du interessierst dich für einen Auslandsaufenthalt während deiner Schulzeit? Hast vielleicht auch schon eine Idee, wo es für dich hingehen soll? Den Wunsch einmal im Leben das elitäre, englische Internatsfeeling zu spüren oder doch eher den lauten School Spirit einer amerikanischen Highschool?
Persönlich war mir immer klar: Ich möchte nicht meine gesamte Schullaufbahn in Deutschland verbringen.

Als ich in die 10. Klasse kam, habe ich begonnen ernsthaft darüber nachzudenken, wie sich ein Auslandsaufenthalt verwirklichen lässt. Gemeinsam mit meinen Eltern und der Heinemann Schulberatung konnte ich meine Wünsche und Vorstellungen Stück für Stück in die Tat umsetzen. Verschiedene Bewerbungen, Interviews und Tests später bekam ich die Zusage von meiner Wunschschule.
Anfang September 2024 war es dann endlich so weit. Ich musste mich von meiner Familie, meinen Freunden und meinem gewohnten Leben verabschieden. Der Flieger startete und ich flog mit zwei riesigen Koffern nach Edinburgh.
Für die nächsten drei Monate würde das schottische Internat Glenalmond College mein Zuhause sein. (Und weil ich es mir an diesem Punkt nicht verkneifen kann: diese Schule und die wunderbaren Freunde, die ich dort kennengelernt habe, sind mir so schnell ans Herz gewachsen, sie waren wie eine Familie für mich.)
Das Internat liegt circa eine Autostunde nördlich von Edinburgh, eingebettet in die majestätische Landschaft der schottischen Highlands, nur wenige Kilometer westlich von Perth. Es ist ein Ort, der für mich mehr war als nur eine Schule. Es ist ein Ort der Inspiration, der Geschichte und des Abenteuers. Gegründet im 19. Jahrhundert, sieht Glenalmond College aus wie das Schloss aus den Harry Potter Romanen: altehrwürdige Türme aus Sandstein, von Nebelschwaden umhüllt, mit Blick auf endlose grüne Täler, schimmernde Flüsse und uralte Wälder. Das College vereint die Würde britischer Internatstradition mit einer modernen, weltoffenen Lernkultur.
Doch Glenalmond ist kein stiller Rückzugsort. Ganz im Gegenteil, es ist ein pulsierender Campus, auf dem wir junge Menschen lernen, entdecken und über uns hinauswachsen können. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die persönliche Entwicklung unterstützt: durch einen hohen Bildungstandard, ein breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten und die Förderung von musischen Fähigkeiten und sozialer Kompetenz. Neben der akademischen Ausbildung habe ich an Ausflügen in die Highlands und umgebenden Städte teilgenommen, sowie an vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen, bei denen der Dresscode keine Jeans vorsah, sondern Black Tie.

Und wenn man mich fragt, wie ich das College bewerten würde, kann ich nur sagen: „Am liebsten möchte ich wieder dorthin zurück." Für mich persönlich war dieser Auslandsaufenthalt eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe es geliebt, dort zur Schule zu gehen, Hockey zu spielen und mit meinen Freunden Spaß zu haben. Ich bin froh und dankbar dafür, dass ich so etwas erleben durfte. Ich konnte mich nicht nur akademisch weiterbilden, wie zum Beispiel in besonderen Fächern, darunter Business oder Religious-Moral-Philosophical-Studies, die es in Deutschland nicht gibt, sonders ich bin auch mental über mich hinausgewachsen, weil die zahlreichen Schulregeln, wie zum Beispiel strenge Handyrestriktionen oder nächtliche Sperrstunden, sehr ungewohnt waren, weil ich Probleme selbstständig lösen musste, weil ich keine elterliche Unterstützung vor Ort hatte, weil alles neu war und ich niemanden kannte. Aber allein war ich nie! Ich konnte mich immer auf meine Freunde von dort verlassen. Nun kann man sagen: „Ja aber, man lernt diese Leute doch kaum kennen, so kurz wie man da ist.“ Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man 24 Stunden am Tag zusammen ist, gemeinsam lebt, schläft, isst, Sport macht und lacht, auch in kürzester Zeit eine Verbindung aufbaut, die nicht zu vergleichen ist mit einer normalen, deutschen Schulfreundschaft. Ich durfte solche Freundschaften schließen und habe die beste Zeit mit diesen Freunden gehabt. Ich hoffe wirklich, dass mir diese Menschen ein Leben lang erhalten bleiben, denn sie waren zu einem sehr besonderen Abschnitt in meinem Leben an meiner Seite, an den ich mich für immer erinnern werde.
Was ich jedem, der einen Auslandsaufenthalt plant, auf den Weg geben möchte ist: 1. Plant den Auslandsaufenthalt früh genug und lasst euch professionell beraten, damit ihr eine Schule findet, die zu euch passt, und keinen Stress dabei habt. 2. Habt Mut! Traut euch einfach! Und 3. Genießt jeden Moment! Die Zeit wird viel zu schnell vergehen.

Agnes, Stufe 12

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