Geisweid. 23 Projekte beim Wettbewerb „Gut für Schulen“ eingereicht / Löhrtor überzeugt Jury

„Was hier zählt, ist die kreative Idee. Nachhaltig sollte das Projekt sein und möglichst viele Kinder und Jugendliche beteiligen.“

mal. Ein Freiluftklassenzimmer, ein Schul­radio, eine Metallwerkstatt oder ein Integrationsprojekt - diese und ähnliche Ideen wurden beim Schulwettbewerb „Gut für Schulen" 2015 ein­gereicht. 23 Schulen aus Siegen, Kreuztal, Netphen, Wilnsdorf und Freudenberg sind bei der fünften Auf­lage dem Aufruf der Siegener Spar­kasse gefolgt, mit wissenschaftlichen, span­nen­den, sozialen, sportlichen oder einfach nur schönen Projekten an dem Wettbewerb teil­zunehmen.

Die Projekte bewertete die Jury nach den Kriterien Nachhaltigkeit, Anzahl der teilneh­menden Schüler und Kreativität. Auch sollte das Projekt nicht in die Pflicht­aufgaben des Schul­trägers fallen. Die Preisverleihung, auf die die Schüler schon gespannt gewartet hatten, fand gestern in der Geschwister-Scholl-Schule in Geis­weid statt. Alle Projekte sind von den Schülern und Lehrern für alle Anwesen­den noch einmal vorgestellt und von der Jury mit Preisgeldern in Höhe von insge­samt 42 500 Euro aus dem Fördertopf der Sparkasse Siegen belohnt worden.

Der mit 5000 Euro dotierte erste Preis ging diesmal an das Projekt des Gymna­siums am Löhrtor. Begeistert haben die Schüler die Jury vor allem mit einem „fächerübergreifenden Brückenschlag zwi­schen Tradition und Moderne“. Die Schü­ler der jeweils 5. Klassen arbeiten aktiv im Hauberg mit und lernen dabei traditionelle Handwerkstechniken von der Ernte bis zum Brotbacken: z. B. Schanzen binden. Loheschälen und Korn sähen. Um den Hauberg „in die Schule zu bringen“ und so auch den anderen Schülern zugänglich zu machen, wurden aus den Naturmaterialien im Kunstunterricht Objekte gestaltet. In der Teamarbeit der einzelnen Hauberg­schritte solle die Gemeinschaft gestärkt und das Miteinander gefördert sowie das Umweltbewusstsein für einen nachhalti­gen Umgang mit der Natur gestärkt wer­den.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Gymnasium am Löhrtor lieferte sich die Förderschule Johanna-Ruß aus Siegen, die ebenfalls mit 5000 Euro prämiert wurde. Das Projekt der Schule in Zusammenar­beit mit dem Verein Natur- und Kindertal „Alte Heinbach“ ist ein Förderprojekt, das die Verantwortung der Kinder für Mensch und Natur sowie dem sozialen Miteinander stärken soll. Die „Alte Heinbach“ ist ein alter Bauernhof im Alchetal. Dort arbeiten die Kinder mit und lernen den Umgang und die Pflege mit den Tieren kennen. Regelmäßig gehen die Schüler zum Misten und Striegeln in den Stall. Heilpädagogi­sches Reiten ist dort ebenfalls möglich. Dadurch sind die Schüler in der Lage, ganz neue Qualitäten an sich zu entdecken und sich weiter zu entwickeln. „Seit wir dort ar­beiten, macht auch das Lernen mehr Spaß“, erzählte einer der Schüler.

Die anderen Schulen gingen indes nicht leer aus. Mit jeweils 3000 Euro belohnt wurden das Gymnasium Netphen für die Idee „Schulimkerei“ und die Hauptschule Eichen für ihr „Internationales Fest“, das Kulturen, Gebräuche und Spezialitäten aus unterschiedlichen Ländern bei einem Fest zusammengebracht und somit Integration, Verbundenheit und eine offene Haltung gegenüber anderen Nationen ge­fördert hat. Ebenso haben die Realschule Wilnsdorf für ihr Projekt „Upcycling" (hier haben die Schüler aus gesammelten Klei­dungsstücken nützliche Dinge für den All­tag hergestellt) und die Realschule am Kreuzberg für das Projekt „Mach dir ein Bild von Ruanda" (ein gemeinsames Kunstprojekt von Schülern der Realschule und Schülern der Partnerschule aus Ru­anda) jeweils 3000 Euro erhalten.

Die weiteren Schulen, die teilgenom­men haben, sind mit Preisgeldern in Höhe von 2000 Euro, 1000 Euro und 500 Euro für ihre Ideen bedacht worden.

Mit dem Wettbewerb „Gut für Schulen“ sollen auch in Zukunft individuell und ge­zielt kreative und nachhaltige Projekt­ideen gefördert werden. Im nächsten Jahr sind nach Angaben der Sparkasse Siegen wieder die Grundschulen aus der Umge­bung an der Reihe, sich an dem Wettbe­werb zu beteiligen.