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Gosenbach. Kranzniederlegung und Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf der Kreisehrengedenkstätte
Kreisweit fanden Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag statt.
tile ■ Mit Blick auf die zahlreichen Brandherde der Welt verwundert es nicht, dass Vergangenheit und Gegenwart gestern bei der zentralen Gedenkfeier des Kreises Siegen-Wittgenstein zum Volkstrauertag gleichberechtigte Rollen zukamen. In ihrer Begrüßungsrede nahm stellv. Landrätin Jutta Capito Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsbewegung, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), den Krieg in Syrien, gedachte der bisher 10 000 zu beklagenden Opfer im Ukraine-Konflikt, aber erinnerte auch an die Bundeswehrsoldaten, die in den vergangenen Jahren im „Einsatz zur Friedenssicherung", etwa im Kosovo und in Afghanistan, ihr Leben gelassen haben. Gleichzeitig rief sie dazu auf, dass „70 Jahre Frieden in den Köpfen verankert" werden müssten und warnte angesichts der Flüchtlingssituation vor einer inländischen Zerreißprobe, in der es klar Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit zu beziehen gelte. Dazu sei eine „sachliche, lösungsorientierte Debatte" nötig, man dürfe der Hetze keinen Raum geben auch in den sozialen Netzwerken müsse man gegen den Hass vorgehen. In Zeiten wie diesen, so Capito, seien Werte wie Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Weltoffenheit in Deutschland wichtiger denn je und müssten geschützt werden. „Weltfrieden beginnt bei jedem Einzelnen", gemahnte die stellv. Landrätin.
Vor den Menschen, die sich an der Kreisehrengedenkstätte in Siegen-Gosenbach eingefunden hatten - unter ihnen auch die Bundestagsabgeordneten Willi Brase und Volkmar Klein sowie weitere Kreisund Lokalpolitiker -, spannte auch Michael Freundt den Bogen von den Tagen der beiden Weltkriege bis ins Hier und Jetzt. „Es ist gut und richtig, der Toten zu gedenken und ihnen die Ehre zu erweisen, die sie verdient haben", betonte der Diakon der kath. Kirchengemeinde Peter und Paul Siegen die Bedeutung des Sich-Erinnerns. Er schloss sich dem jüngst zurückgetretenen Präsidenten des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel an, der zuletzt noch den Gegenwartsbezug in der Arbeit des Vereins herausgestellt hatte.
Zudem verwies Freundt auf das vom Papst ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit", das am 20. November endet. Die Bestattung der Toten sei eines der sieben Werke der Barmherzigkeit. Weitere dieser Werte hätten sich im vergangenen Jahr in den vielen Begegnungen mit Geflüchteten gezeigt und zeigten sich immer noch. „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", zitierte der Diakon Matthäus 25, 40. Abschließend erinnerte Freundt an die „friedliche Allzweckwaffe der Christen - das Gebet": „Beten Sie für Frieden. Beten Sie für all das, was Ihnen im Herzen brennt!"
Mitgestaltet wurde die Zeremonie, die mit der Niederlegung der Kränze vor dem Hochkreuz ihr Ende fand, vom Bläserkreis Niederscheiden, von „SiWi Vokal", dem Chor der Kreisverwaltung, sowie von Schülern des Gymnasiums Am Löhrtor in Siegen. Sie lasen Auszüge aus dem Buch „Nordpol-Richard 4: Aus der Bomben- und Bunkerzeit im Siegerland" vor, in dem der in Geisweid geborene Arzt Erich Baeumer seine Erlebnisse in den Kriegsjahren und Erinnerungen an die Zerstörung der Stadt Siegen niedergeschrieben hatte. Die Schüler legten gelbe Rosen auf die 81 Grabkreuze der Kreisehrengedenkstätte.
Im Lauf des Tages fanden in anderen Orten des Altkreises Siegen ebenfalls Gedenkveranstaltungen statt, zu denen der Kreisverband des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeladen hatte.
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Rettungseinsatz von DRK und Schulsanitätern am Löhrtor
Siegen. In einer gemeinsamen Rettungsübung haben kürzlich die Schulsanitäter des Gymnasiums Am Löhrtor (GAL) mit den DRK-Ortsgruppen Siegen-Mitte und Kaan-Marienborn ihr Können unter Beweis gestellt.
Dabei wurden drei verschiedene Szenarien durchgespielt: Ein Mädchen hatte sich in der Pausenhalle tief in die Innenseite der Hand geschnitten, eine weitere Schülerin war eine Treppe hinuntergestürzt - samt blutender Kopfverletzungen und gebrochenem Arm. Ein dritter Schüler war auf dem Schulhof mit Verdacht auf Unterzuckerung zusammengebrochen. Während die „Verletzten" von den Schulsanitätern versorgt wurden, kamen drei Rettungswagen des DRK mit Notsignal auf den Schulhof gefahren. Nach einer kurzen Übergabe wurden die Patienten gemeinsam weiterversorgt und für den Krankentransport vorbereitet.
Aus der Übung wurde aber plötzlich ein realer Einsatz, denn die Schulsanitäter wurden gleich zu vier wirklichen Notfällen gerufen. Ein Mädchen musste mit dem Rettungswagen in die Kinderklinik gebracht werden, zwei Kinder mit leichter Gehirnerschütterung wurden bis zum Eintreffen der Eltern in den Sanitätsräumen betreut. So wurde aus einer erfolgreichen Übung tatsächlich Ernst. Klaus Wallrabe und Markus Epple vom DRK Siegen-Mitte und Kaan-Marienborn waren sich einig: „Die Schulsanitäter vom Gymnasium Am Löhrtor leisten eine hervorragende Arbeit!" Von den 20 Schulsanitätern aus den 8.Klassen und der Oberstufe arbeiten zwei als Sanitäter in der DRK-Ortsgruppe Mitte.
Im Mai 2017 soll der Landeswettbewerb der DRK-Jugend am Gymnasium Am Löhrtor ausgerichtet werden. Da werden die Schulsanitäter mit ihrem Betreuer Bernd Mosler und dem DRK noch einiges zu organisieren haben.
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Siegen. Gymnasium am Löhrtor veranstaltete Theater- und Konzertabend
Schüler boten gleich zwei kulturelle Ereignisse an einem Abend.
stö. „Midsummer Night's Voices - Stimmen einer Sommernacht". Unter diesen Titel stellten die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase 1 (Q1) des Gymnasiums am Löhrtor in Siegen den Donnerstagabend. Gleich zwei kulturelle Ereignisse wurden geboten.
Den Anfang machte der Literaturkurs der Q1 mit einem Theaterstück. 16 Schülerinnen und Schüler brachten unter der Leitung von Maren Beermann „What's Behind That Curtain?" (Was ist hinter diesem Vorhang?) auf die Bühne. Diese „Parabel über den ständigen Zwang zum Glücklichsein" von Maritta Neumann wurde bereits 1999 uraufgeführt. Maren Beermann erklärte im Gespräch: „Die Schüler haben sich das Stück selbst ausgesucht, sie wollten etwas Kritisches aufführen, das zum Nachdenken anregt."
In der Handlung gibt es das Heilheim „Heiterkeit", dessen Personal überzeugt ist von seinen Leistungen, den Methoden und Therapien. Sein Ziel ist, dass Menschen in vollkommener Harmonie leben und ja nicht aus der Reihe tanzen. Das scheint zu „funktionieren", bis Patientin Acht (Jule Hardtmann) auftaucht. Sie hinterfragt die albernen Tanzeinlagen, die merkwürdig synchronen Bewegungsabläufe (von den Schülerinnen und Schülern gut ausgeführt) und die Wirkung der ins Gesicht gesprühten Glückshormone. Sie ist eine Rebellin und versucht mit aller Kraft, den sieben anderen Patienten die Augen zu öffnen.
Eigene Gedanken, Widerstand oder Zweifel werden jedoch mit allen Mitteln im Keim erstickt. In der rund 50-minütigen Spielzeit spitzt sich die Lage sehr schnell zu, bis die Situation eskaliert. Am Ende schaffen es die Patienten nicht, gegen ihre Unterdrücker anzukommen. Ein wenig deprimierend, es bleibt die Hoffnung, dass es in der Realität auch anders ausgehen kann.
Gegen 18.30 Uhr wurde es dann voller in der Aula des Gymnasiums und auch auf der Bühne: Nach dem gesprochenen Wort folgte das gesungene. Mit „Count On Me" von Bruno Mars eröffneten der Vokalpraktische Kurs der Q1, der Chor und die Schulband das Konzert. Der Chor wurde an diesem Abend von Valeria Solbach geleitet, die Band von Dominik Stangier (Piano). Insgesamt 16 Stücke wurden vor allem von Sängerinnen und Sängern aus der Q1 aufgeführt, aber auch der Unterstufenchor durfte sein Können unter Beweis stellen.
Songs wie „All Of Me", im Duett gesungen von Merve Killic und Jan-Peter Schlund (beide Q1) und mit Background-Ensemble, „Halo" gesungen von Diele Aslan (Q1) oder „Say Something" vom Ensemble sorgten für Gänsehaut beim Publikum - trotz der Hitze. Insgesamt waren es eher ruhige und gefühlvolle Stücke, die präsentiert wurden, und Stimmen, die es schafften, die Zuhörer einzuhüllen und nicht mehr loszulassen.
Schwung und Stimmung kam dann gegen Ende auf, angefangen bei „All About That Bass" mit Soli von Donika Tahiri und Andrea Lach (beide Q1) und begleitet von einer tänzerischen Einlage von einem Dutzend Schülerinnen der Unterstufe. Dem folgte „Let's Get Loud" vom gesamten Vokalpraktischen Kurs und dem Chor, und kaum waren dann die letzten Töne von „Ain't Nobody (Loves Me Better)" verklungen, da wurde schon eine Zugabe verlangt. Kein Wunder, bei dieser guten Leistung!
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Lisa Haddad baut erfolgreiches Helfernetzwerk in Siegen auf
Siegen. Sich ehrenamtlich zu engagieren macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß! Das zeigt eine Hilfsaktion, die jetzt im Siegener Gymnasium Am Löhrtor einen wunderschönen Abschluss gefunden hat.
Im Zentrum steht Lisa Haddad, die bis vor kurzem noch Schülerin am Löhrtor-Gymnasium war. Selbst syrischen Ursprungs, übernimmt sie zusammen mit ihrer Schwester Lea ehrenamtlich Übersetzungsdienste für Arabisch in der Notunterkunft am Haardter Berg.
In diesem Zusammenhang entstand die „Rucksack-Idee”, denn die Flüchtlingskinder taten Lisa bei ihren Besuchen in den Unterkünften immer besonders leid. „Alle hatten ein Kuscheltier oder etwas anderes, das sie besonders lieb haben, aber die meisten Kinder hatten nichts, um es zu verstauen”, sagt Lisa Haddad. Da wären kleine Rucksäcke doch etwas Praktisches, dachte sie sich, bunte Kinderrucksäcke. „Das Besondere”, so Lisa Haddad, „ist, dass ein solcher Rucksack nicht nur praktisch ist, sondern darüber hinaus eine symbolische Bedeutung hat. Denn er bietet auch Platz für etwas Neues, etwas, das den Kindern bei der einen oder anderen Gelegenheit hier vielleicht geschenkt wird, ein Geschenk, das Wertschätzung aus drückt und das sie begleiten soll.”
Alle Flüchtlingskinder am Haardter Berg sollten einen kleinen Rucksack bekommen, so Haddads Ziel. Dass dieses Ziel nun erreicht ist und rund 200 Rucksäcke an geflüchtet Kinder übergeben worden sind, basiert auf zwei Benefizaktionen. Zum einen hat Lisa zusammen mit ihrer Freundin Tine Weinhold und vielen Helfern im September vergangenen Jahres einen Mädchenflohmarkt organisiert. Beachtliche 1500 Euro für den Kauf von Kinderrucksäcken kamen zusammen.
Zum anderen traf Lisa Haddad zufällig auf die Untemehmerin Dr. Gabriele Barten, die von dem Rucksackprojekt so begeistert war, dass sie sich sofort an das Fundraising anschloss. Barten engagierte Lisa Haddad, die Gitarre spielt und singt, für ein Hauskonzert mit rund 50 Gästen am ersten Adventssonntag. Das Motto: Kinderrucksack statt Blumen. „Ich freue mich total”, so Gabriele Barten, „Lisa und ihre Helfer mit 40 wunderschönen kleinen sowie liebevoll gefüllten Rucksäcken unterstützen zu können.”
Die Übergabe der Rucksäcke Rucksäcke erfolgte nun im Rahmen des Musicals „Marielle, die kleine Meerjungfrau” am Siegener Gymnasium Am Löhrtor.
Das von der Schülervertretung selbst inszenierte Musical handelt von der Meerjungfrau Marielle, die ihre Fähigkeit zu sprechen aufgegeben hat, um Beine zu bekommen, damit sie an Land leben kann. Im Zentrum der Geschichte steht die Sprachbarriere, die Marielle überwinden muss. „Damit können sich die geflüchteten Kinder sicherlich identifizieren, da sie hier im Alltag genau solche Probleme haben”, erklärt Diele Aslan, Schülersprecherin am Löhrtor-Gymnasium.
Rund 100 anwesende Kinder erhielten im Anschluss an die wunderbare Aufführung einen Rucksack. Die verbleibenden Rucksäcke wurden in der Notunterkunft am Haardter Berg verteilt. Finanziell wurde das Musical-Projekt vom Land NRW unterstützt, indem es im Wettbewerb „Demokratie leben” den 1. Platz belegt hatte.
Lisa Haddads Aktion ist ein Beispiel für gelungenes Netzwerken in der Region zwischen Löhrtor-Gymnasium, Mitarbeitern der Notunterkunft und einer privaten Initiative, die sich an eine wirklich gute Idee angeschlossen hatte.
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Rund 200 Rucksäcke wurden an Flüchtlingskinder übergeben
sz/khe Siegen. Sich ehrenamtlich zu engagieren, macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß. Das zeigt auch eine Hilfsaktion, die jetzt am Gymnasium Am Löhrtor einen schönen Abschluss gefunden hat.
Im Zentrum der Rucksack-Aktion stand Lisa Haddad, die bis vor kurzem noch Schülerin am Löhrtor-Gymnasium war und seit Oktober vergangenen Jahres Medizinstudentin in Düsseldorf ist. Selbst syrischen Ursprungs, übernahm sie gemeinsam mit ihrer Schwester Lea im vergangenen Sommer in der Flüchtlingsunterkunft an der Turnhalle der Uni und in d.er benachbarten ehemaligen Haardter-Berg-Schule ehrenamtlich Übersetzungsdienste aus dem Arabischen und ins Arabische.
In diesen Zusammenhang entstand die „Rucksack-Idee”, denn Haddad stellte bei ihren Besuchen in der Unterkunft fest: Alle Kinder hatten ein Kuscheltier oder andere Spielzeuge, aber die meisten hatten nichts, um diese zu verstauen.
Lisa Haddad: „Das Besondere ist, dass ein solcher Rucksack nicht nur praktisch ist, sondern darüber hinaus eine symbolische Bedeutung hat. Denn er bietet Platz für etwas Neues. Etwas, das den Kindern bei der einen oder anderen Gelegenheit hier vielleicht geschenkt wird. Ein Geschenk, das Wertschätzung ausdrückt und das sie begleiten soll.”
Ziel der Aktion: Alle Kinder sollten einen kleinen Rucksack bekommen. Lisa Haddad hatte gemeinsam mit ihrer Freundin Tine Weinhold und vielen Helfern im September vergangenen Jahres einen Mädchenflohmarkt organisiert. Beachtliche 1500 Euro kamen dabei zusammen, Zudem traf sie zufällig Dr. Gabriele Barten, die von dem Projekt begeistert war und sich dem „Fundraising” anschloss.
Sie engagierte Lisa Haddad für ein Hauskonzert, denn Lisa ist begabte Sängerin sowie Gitarristin, und lud etwa 50 Freunde unter dem Motto „Kinderrucksack statt Blumen” ein. „Ich freue mich total, Lisa und ihre Helfer mit 40 wunderschönen kleinen, liebevoll gefüllten Rucksäcken unterstützen zu können”, so Gabriele Barten.
Für die Übergabe eines Großteils der über 200 Rucksäcke wurde nun ein besonderer Rahmen gewählt. Denn die Schülervertretung inszenierte selbst ein Musical für die Flüchthngskinder vom Haardter Berg in der Aula des Löhrtor-Gymnasiums. Rund 100 anwesende Kinder erhielten im Anschluss ihren Rucksack.

