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Jasna Fritzi Bauer, Klaus Krückemeyer und Lena Ganschow (v. l.) lasen den Kindern des Löhrtor-Gymnasiums Geschichten aus bekannten Kinderbüchern vor. Foto: mal

„Mama, lies mir was vor“ (Siegener Zeitung)

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Erstellt: 21. November 2015

Löhrtor-Gymnasium war Teil des größten Vorlesefests Deutschlands

sz Siegen. In der Aula des Siegener Gymnasiums am Löhrtor versammelten sich gestern viele Kinder, um Geschichten von „Ronja Räuber­tochter" (Astrid Lindgren) sowie „Emil und den Detektiven" (Erich Kästner) zu lauschen.

Der Grund dafür war der jährlich statt­findende bundesweite Vorlesetag, der vom Gymnasium am Löhrtor und der Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG in Siegen veranstaltet wurde. „Der Vorlesetag ist schon lange ein Highlight bei uns gewor­den", erklärte Dr. Reiner Berg, Schulleiter des Gymnasiums. Auch diesmal hätten wieder Tausende von Bücherfreunden deutschlandweit in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken vorgelesen, hieß es in der Pressemitteilung des Veranstalters.

Ziel ist es, einen Impuls zur Freude am Lesen zu setzen. Am Löhrtor mit dabei wa­ren Moderatorin Lena Ganschow (ZDF) und die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer, die unter der Moderation von Klaus Krückemeyer ehrenamtlich aus ihren eigenen Lieblingsbüchern vorlasen. Die Beteiligten, die aus ihrem Berufsalltag wissen, wie wichtig das Lesen ist, wollten dazu aufrufen, lesen zu etwas Selbstver­ständlichem zu machen.

Vorlesen und lesen seien wichtige Grundsteine beim Aufwachsen eines Kindes, da Geschichten dabei helfen, Gesprächsthemen zu schaffen und Ereignisse zu verarbeiten. Der bundesweite Vorlesetag, der eine Initiative der „Stiftung Lesen" und ihren Kooperationspartnern ist, möchte Kinder für das Lesen begeistern und damit auch die sprachliche Ausdrucksweise sowie Bildungschancen verbessern. So könnten auch Analphabetismus und Leseschwächen verhindert werden.

Der Vorlesetag fand zum neunten Mal in Siegen statt und rief große Begeisterung bei den Kindern hervor, die bei der an­schließenden Fragerunde sehr neugierig waren. So wollten sie beispielsweise mehr über die Berufe der Gastvorleserinnen wissen.

Schüler des Siegener Löhrtor-Gymnasiums legten auf jedem Grabstein eine weiße Rose nieder.

Wir müssen Hüter sein (Siegener Zeitung)

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Erstellt: 16. November 2015

Würdevolle Feierstunde zum Volkstrauertag an der Kreisehrengedenkstätte

Landrat: „Wir sind dankbar für 70 Jahre ohne Krieg. Um so schwerer wiegen die Pariser Terroranschläge."

mir Gosenbach. Eine beklemmende Stille lag gestern über der Kreisehrengedenkstätte, die jährliche Feierstunde am Volkstrauertag hatte eine besondere Note: „Wir sind dankbar für 70 Jahre ohne Krieg. Um so schwerer wiegen die Pariser Terroranschläge", erklärte Landrat Andreas Müller, und die zahlreicher als sonst in den Vorjahren gekommenen Teilnehmer hörten genau hin. „Wir gedenken aller Menschen, die durch Gewalt ihr Leben verloren haben"

Zugleich erinnerte er an die zwei heftigsten Konflikte der jüngsten Vergangenheit, die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und den Bürgerkrieg in Syrien. Krieg sei nur die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, das habe einmal der preußische Generalmajor Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz gesagt. „Da krieg ich das Grausen", so Müller.

Grausen, das dürfte auch richtige Wort sein für die Schilderungen in den Briefen der 18-jährigen Barbara an ihren Freund, einen Jagdflieger. Mehrere Schüler des Siegener Löhrtor- Gymnasiums lasen aus diesen 1943 verfassten Zeilen vor. Eben diese Barbara schilderte das Erlebte im Luftschutzbunker, der zum schulischen Dauerquartier geworden war, sie schrieb über die Schulstunde mit dem Thema „Recht auf Lebensraum" und das Sirenengeheul mit folgendem Bombenangriff. Schlimmes habe sie gesehen, etwa an der Möhnetalsperre, schrieb die junge Frau 1943 an ihren fliegenden Freund, der aber nicht in die Heimat zurückkehren sollte. Abgestürzt im brennenden Flugzeug, seither vermisst.

Auch Annette Hinzmann, die Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Gosenbach, kam auf konkrete Einzelheiten zu sprechen, sie erzählte kurz über die Toten in der eigenen Familie, die der Zweite Kriegweltkrieg gefordert hatte. Bewusst gedachte sie aller Menschen, die sich gegen die Barbarei aufgelehnt haben. 55 Millionen Opfer habe der Zweite Weltkrieg auf der Welt gefordert, sechs Millionen Juden seien von den Nazis getötet worden, 14 Millionen deutsche Vertriebene hätten ihre Heimat verloren.
Mit Bezug auf die aktuellen Geschehnisse rief sie dazu auf, „wir müssen Hüter sein der Flüchtlinge, aber auch der jüdischen Gemeinden. Und hütet Euch vor denen, die mit der Zunge hetzen. Ihnen muss Einhalt geboten werden."

Mit Reden allein war es gestern an der Gedenkstätte nicht getan. Auf den Steinkreuzen zu Ehren der dort bestatteten 162 deutschen Kriegstoten des Zweiten Weltkriegs legten die Gymnasiasten weiße Rosen nieder. Mitglieder der Reservistenkameradschaft standen mit Fackeln Spalier.

Der Chor der Kreisverwaltung {SiWi Vokal) trug zum Volkstrauertag passende Lieder vor, und der Bläserkreis Niederscheiden gab der Veranstaltung mit seinen musikalischen Einlagen einen betont würdevollen Rahmen, ehe die gestrigen Teilnehmer still und in Gedanken die Gedenkstätte verließen.

Die Sonne scheint. Schulleiter Dr. Reiner Berg (l) und Projekt-Initiator Bernd Rabanus konnten gestern Mittag die aktuelle Uhrzeit in Dakar gut ablesen. Foto: zel

Alle Zeit der Welt (Siegener Zeitung)

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Erstellt: 19. September 2015

Die Weltzeit-Sonnenuhr vor dem Gymnasium am Löhrtor ist komplett / Schüler gestalteten Plaketten

zel Siegen. Unter dem Pflaster blüht der Strand, und auf dem Pflaster lässt sich die Uhrzeit an den vielleicht berühmtesten Stränden der Welt, Copacabana und Ipanema in Rio de Janeiro, ablesen. Wo das? An der Frankfurter Straße vor dem Löhrtor-Gymnasium, mitten in Siegen Die Pfeiler, die Autos vom Parken auf dem Bürger­steig abhalten sollen, dienen als Zeiger der Weltzeit-Sonnenuhr, die 24 Zeitzonen abbildet und seit rund vier Wochen komplett ist.

Die Plaketten aus Metall auf dem Boden, die zu jeder einzelnen Uhr gehören, haben verschie­dene Schülergenerationen jeweils der 10. Klasse gestaltet: Die Uhrzeiten in Paris oder Delhi, Honululu oder Houston/Texas, am Ayers Rock oder auf den Azoren sind gut zu ermitteln - wenn die Sonne scheint. Die Namen der Städte sind nicht zu lesen, aber die Koordinaten, dazu charakterisieren typische Stadtansichten oder Symbole für ein Land die einzelnen Orte. Die Namen der jungen Künstler stehen auch auf den Plaketten.

Die Idee dazu stammt schon aus dem Jahr 2004, dem Jahr, in dem die Schule ihr 50-Jähriges als Gymnasium feierte. Der Siegener Architekt Bernd Rabanus, selbst ehemaliger Löhrtorianer, hatte sie und arbeitete mit Kunstschülern zusammen, die im Unterricht Bleistiftentwürfe fertigten. In ihrer Freizeit gestalteten die Schüler Reliefs aus Pappe in Originalgröße, die Rabanus in Metall gießen ließ und nach und nach einbaute (wir berichteten). Die Weltzeituhr hätte bereits 2006 fertig sein können, sagte Rabanus gestern vor Ort, doch da es mit der Freiwilligkeit nicht immer so super gelaufen sei, zog sich die Fertigstellung ein paar Jahre länger hin.

Angefangen hat Bernd Rabanus mit dem Projekt, als Klaus Schütte Schulleiter war. 2012 übernahm Dr. Reiner Berg diesen Posten - und auch das Erbe der unfertigen Weltzeituhr vor der Schule. Dr. Berg findet das Projekt gut, für ihn symbolisiert es auch die Weltoffenheit seiner Schule. Ihm gelang es, Schüler in seinem Reli-Kurs zu motivieren, Entwürfe für die fehlenden Orte Azoren, Neufundland, Neuka-ledonien, Karachi, Dakar und Adamstown-Pitcairn (die Pitcairn-Inseln liegen im Pazifik, falls sie jemand sucht, die Hauptstadt hat 40 Einwohner) als Relief umzusetzen - freiwillig.

Nachdem die letzten Metallplatten gegossen und eingebaut wurden, ist die einzigartige Uhr komplett. Dass sie mehr als 24, nämlich 30 Stationen hat, liegt daran, dass die Zeit in manchen Orten um eine halbe Stunde versetzt ist, nicht um eine ganze. An einem Pfeiler sind Informationen über das Projekt und seine Unterstützer zu lesen. Den größten Teil der Kosten von rund 9000 Euro übernahmen die Firma Gontermann-Peipers (5000 Euro) und der Förderverein der Schule (3000 Euro).

Jetzt ist die Weltzeituhr fertig, aber sie sagt die Weltzeit doch eher im Verborgenen an. Darum sitzen Rabanus und Berg schon wieder zusammen und überlegea wie man die Blicke auf die schönen Schülerkunstwerke und die Uhr lenken könnte. Ein großes Plakat an der Außenwand der Schulaula schwebt ihnen vor. Und Bernd Rabanus plant nach wie vor, mit Löhrtor-Schülern zur Uhr die passenden (selbst komponierten) Weltmusiken aufzunehmen. Bis es so weit ist, muss jeder Passant den Soundtrack im Kopf selbst erzeugen: mit „Down Under", „London Calling" „New York, New York" oder „The Girl From Ipanema" ...

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